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13. Juni 2018 - 17:24Baden-württembergischer Sparkassentag

"Wir können von den Sparkassen lernen"

von Michaela Roth, DSGV Brüssel

"Was gut für die Sparkassen ist, ist auch gut für Europa", sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Sparkassentag in Offenburg. SVBW-Präsident Peter Schneider mahnt Solidität in Europa als Fundament für solidarisches Handeln an.

Gruppenbild der Redner in Offenburg (von links): Der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Oberbürgermeister Wolfgang Dietz, Prof. Christopher Clark, WSBI-Präsident Heinrich Haasis, SVBW-Präsident Peter Schneider, Moderatorin Claudia Kleinert, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, DSGV-Präsident Helmut Schleweis und der Ökonom Prof. Volker Wieland. (Wolfgang List)
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, brachte es auf den Punkt: "Wir können bei der Weiterentwicklung Europas von den Sparkassen lernen, sowohl bei Wirtschaft und Finanzen als auch bei der Kultur", sagte er beim baden-württembergischen Sparkassentag in Offenburg.
Die Tagung, an der rund 1200 Gäste aus Politik und Wirtschaft, den 51 Sparkassen im Land und den Verbundunternehmen teilnahmen, stand in diesem Jahr unter dem Motto "Wandel gestalten, Vertrauen gewinnen. Die Zukunft Europas". Kretschmann warb dabei für mehr europäische Inte­gration. Baden-Württemberg sei ein Gewinner des Binnenmarkts und wolle auch Gewinner der Digitalisierung werden.

Bodenständigkeit und Wandel

Man dürfe allerdings in Europa nicht diejenigen mit dem regulativen Rasenmäher bestrafen, die umsichtig gewirtschaftet haben. Kleine Geldhäuser brauchten Entlastung, das stehe im Koalitionsvertrag des Landes, das habe man über den Bundesrat adressiert und dafür wolle man sich auch weiterhin stark machen.
"Sparkassen zeigen, wie Bodenständigkeit und Wandel zusammen gehen", so Kretschmann. Augenmaß, regionale Vielfalt bei globalen Zielen und das Bewahren von Werten auch im Wandel sei eine gute Strategie der Sparkassen. Diese Strategie sei auch gut für die Wirtschaft, für das Land und für die Zukunft Europas.
Mit Blick auf die wirtschaftliche Zukunft der Europäischen Union appellierte Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW), für Solidität und Stabilität. Der Gastgeber sah darin die Basis für gegenseitiges Vertrauen und letztlich auch das Fundament für solidarisches Handeln.
Damit stellte sich Schneider auf die Seite von Prof. Volker Wieland, Mitglied des Sachverständigenrats und Professor für monetäre Ökonomie an der Universität Frankfurt am Main, der erst in der Eigenverantwortung und dem Wettbewerb in Europa die Handlungsfähigkeit der Union sichergestellt sieht. Wenn Europa vorankommen wolle, müsste zunächst jeder Mitgliedstaat eigenverantwortlich seine Hausaufgaben machen. Das sei die Voraussetzung dafür, dass man auf europäischer Ebene gemeinsame Vorhaben in Angriff nehmen könne, etwa bei einer zunehmend gemeinsamen Verteidigung.
Wieland warb für mehr Stabilität der Finanzmärkte und für eine Vollendung der Bankenunion. Für ihn steht dabei eine bessere Bewertung der öffentlichen Schulden in den Bankbilanzen im Vordergrund. Die Ausnahme bei der Risikogewichtung müsse abgeschafft und eine Obergrenze wie bei Großkrediten eingeführt werden. Eine Rückversicherung der Einlagensicherungssysteme könne es nur im Voraus geben. "Wenn der Unfall bereits passiert ist, findet sich keiner mehr, der da versichert", gab er zu bedenken.

Vielfalt sorgt für Stabilität

"Wir sind für einen guten Sparerschutz in Europa", sagte Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), vor den Gästen in Offenburg. Es müsse gewährleistet sein, dass die bestehenden Sicherungssysteme auch unter einem europäischen Regelwerk weiterarbeiten könnten wie bisher. "Aus unserer Sicht sind die Einlagen dann am besten geschützt, wenn jeder seiner Verantwortung gerecht wird." Europa müsse weiter voranschreiten, aber dabei die eigenen Grundsätze von Proportionalität und Subsidiarität beibehalten. Die Vielfalt regionaler Anbieter müsse erhalten bleiben, um die Stabilität in der Union zu erhalten.
Rund 1200 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und der Sparkassen-Finanzgruppe waren zum Sparkassentag nach Offenburg gekommen. (Wolfgang List)
Wie wichtig Sparkassen für die Regionen sind, erklärte die Oberbürgermeisterin von Offenburg, Edit Schreiner. Die Stadt nahe der französischen Grenze, gut 30 Kilometer Luftlinie entfernt vom Sitz des Europäischen Parlaments in Straßburg, profitiere davon, dass Franzosen über die Grenze kämen, um zu arbeiten oder auch, um einzukaufen. Daher sei es wertvoll, dass die Sparkasse als Finanzpartner für die Wirtschaft da sei, auch dort, wo sich andere längst zurückgezogen hätten.
Einen flammenden Appell für Solidarität und gegen Europamüdigkeit richtete Wolfgang Dietz, Vorsitzender der Verbandsversammlung des Sparkassenverbands Baden-Württemberg und Oberbürgermeister von Weil am Rhein, an die Tagungsteilnehmer. "Wenn jeder nur an sich denkt, dann ist mathematisch gesehen an alle gedacht, aber nicht allen geholfen." Es gelte daher, Vertrauen zu schaffen. Deswegen verabschiedete er die Teilnehmer mit einer Anekdote zu Pierre Pflimlin, er von 1984 bis 1987 Präsident des EU-Parlaments war. Er antwortete seinerzeit auf die Frage eines Zuhörers, was man gegen Europamüdigkeit tun könne: "Was haben Sie heute gegen Europamüdigkeit getan? Ich habe hier heute geredet." Dietz sieht die Welt in Veränderung: "Nur wir, die wir in ihr leben, können sie verändern und gestalten."
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Neuinterpretationen eines Klassikers

Sparkassen sind der größte nichtstaatliche Kulturförderer in Deutschland. Dass auch die Sparkassenmitarbeiter künstlerisch in der Top-Liga mitspielen, zeigte der Eröffnungsfilm zum baden-württembergischen Sparkassentag in Offenburg. Musikgruppen von vier Sparkassen interpretieren "Wenn’s um Geld geht, Sparkasse" neu. Das Blasorchester der Sparkasse Hegau-Bodensee, die Rockband der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, die Bigband der Sparkasse Pforzheim Calw sowie der Frauenchor der Kreissparkasse Biberach spielen und singen die Erkennungsmelodie der Sparkassen. Damit das möglich wurde, hat die Komponistin Chantal Hartmann den ursprünglichen Jingle zu einem ansprechenden Medley erweitert. Die Gäste in Offenburg waren begeistert. Der Film steht über die Tagung hinaus auf dem Youtube-Channel des Sparkassenverbands Baden-Württemberg.
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