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| Was macht ... Thomas Vehring

Brillen für Beruwala

Helaba-Mitarbeiter Thomas Vehring kannte Sri Lanka von einer Urlaubsreise, als die Insel 2004 von einem Tsunami getroffen wurde. Seitdem leistet Vehring Hilfe vor Ort und kauft etwa Dinge des täglichen Bedarfs für die Bewohner Beruwalas. Mit der Stadt an der Südwestküste Sri Lanks unterhält der Main-Kinzig-Kreis in Hessen eine Städtepartnerschaft.

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Es war vor 14 Jahren, im Dezember 2004, als das drittstärkste jemals gemessene Erdbeben die Länder Südostasiens unter riesigen Tsunami-Wellen begrub. Mehr als 200.000 Menschen in vierzehn Ländern verloren ihr Leben, fast zwei Millionen Küstenbewohner wurden obdachlos. Neben Indonesien, Indien und Thailand war die Insel Sri Lanka am stärksten von den Zerstörungen betroffen.

Thomas Vehring (59), bei der Landesbank Hessen-Thüringen im Deckungsregister tätig, kannte Sri Lanka bereits, als die Katastrophe eintrat – allerdings als Urlaubsparadies. „Als ich die Bilder im Fernsehen sah, wollte ich den Menschen dort sofort helfen. Das tue ich bis heute, denn die Zerstörungen beeinträchtigen das Leben in Sri Lanka immer noch. Es fehlt an Unterkünften, sanitären Anlagen und oft an den einfachsten Einrichtungsgegenständen. Statt Betten gibt es manchmal nur ein Handtuch – das auch noch für mehrere Personen reichen muss. Da kaufe ich schon mal spontan selbst ein paar Matratzen oder andere dringend benötigte Dinge des täglichen Lebens.“

 
Helaba-Mitarbeiter Thomas Vehring mit einem Schulkind aus Sri Lanka. Auf der 2004 von einem Tsunami getroffenen Insel werden dank vieler Spenden aus Deutschland Schulen gebaut.

Die immer noch herrschende Not resultiert nicht nur aus der materiellen Zerstörung von vor 14 Jahren. Auch die in manchen Familien komplett aus dem Leben gerissenen Generationen fehlen einfach – etwa bei der Betreuung älterer Menschen. Fast 40.000 Opfer hat der Tsunami alleine auf Sri Lanka gefordert. „Die Familienstrukturen sind darum häufig nicht mehr intakt“, sagt Vehring. Die früheren Großfamilien gebe es oft nicht mehr. Heute seien Altersheime notwendig, wo sich früher die Kinder um die Alten kümmerten. Die Hilfe konzentriert sich auf die Region um die Stadt Beruwala, und Vehring ist nicht allein. Der Main-Kinzig-Kreis, in dem Vehring lebt, ist mit Beruwala vor fünf Jahren eine Städtepartnerschaft eingegangen. Der hessische Landkreis leistet Hilfe für den Aufbau auf Sri Lanka. Fast 8000 Familien haben in der Region Beruwala ihre Behausungen verloren.

Dank der Spenden aus Deutschland konnten mittlerweile 284 Holz- und Steinhäuser neu errichtet werden, ein Haus kostet zurzeit 1500 Euro. Zudem konnte im November 2018 die 37. Schule errichtet werden, weitere wurden instand gesetzt. 13 Kindergärten sind entstanden, und zwei Kliniken haben den Betrieb auch schon aufgenommen. Buddhisten, Hindus, Moslems und Christen werden stets in gleicher Weise bedacht. Neben einfachen Behausungen fehlt es häufig an kleinen, aber ebenso unverzichtbaren Dingen, wie beispielsweise Brillen. Vehring: „Ich erfuhr, dass viele Menschen keine Sehhilfen haben. Da habe ich bei meinen Kollegen in der Landesbank um Brillenspenden gebeten. Die Spendenbereitschaft war enorm, es kamen fast 500 Sehhilfen zusammen. Weitere 300 Brillen kamen von einem Optiker aus Gründau, so dass wir mit fast 800 Sehhilfen nach Sri Lanka reisten."

Die Aktion "Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala" läuft weiter ohne zeitliche Begrenzung. Geldspenden sind ­willkommen und werden über den Main-Kinzig-Kreis geleitet, der eine abzugsfähige Spendenquittung ausstellt. Brillen sind weiterhin Mangelware in den betroffenen Regionen. Thomas Vehring (thomasvehring@aol.com) freut sich über Zusendungen.