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| Azubi-Filialen

Treppen zum Erfolg

Selbstständig eine Filiale zu führen, ist ein wichtiger Ausbildungsabschnitt. Hier trainieren angehende Bankkaufleute, selbstständig und im Team zu arbeiten. Teilnehmer berichten von ihren Erfahrungen.

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Chefin auf Zeit – das war für Katja Meinsma eine ganz neue Erfahrung. Als Teil ihrer Ausbildung hat die junge Frau die Filiale Hochstraße der Sparkasse Wuppertal geleitet. Zu ihrem Team gehörten sieben weitere Auszubildende. „Eine neue Welt tat sich auf, denn wir durften auf einmal alles selber machen“, erinnert sie sich an die Phase, die sie auch im Blog der Sparkasse festhielt.

Dass Meinsma hier von einer neuen Welt spricht, ist verständlich: Ob Beratungsgespräche mit Kunden führen, die Versorgung mit Finanzprodukten in die Wege leiten, Geld bestellen oder den Service am Schalter organisieren – erstmals waren die Azubis auf sich gestellt. Ihre Aufgabe: Sie sollten einen Monat lang selbstständig eine reguläre Filiale führen. „Wir haben mehrere Monate darauf hingearbeitet, Schulungen bekommen und gemeinsam Konzepte entwickelt“, sagt Meinsma.

Bevor sich die Türen der Filiale öffneten, musste die junge Filial-Crew auch organisatorische Dinge klären. Darunter: Wer bekommt die Filialleitung? Wer ist der Versicherungsexperte? Wer übernimmt die Geldbestellung?

 
Jil Pelzer, Auszubildende in Krefeld: „Nach fünf Einsätzen überall im Geschäftsgebiet habe ich mich auf die „Aha!-Filiale“ besonders gefreut.“ © Sparkasse

Die sogenannten Azubi-Filialen sind ein wichtiger Meilenstein in der Ausbildung von Sparkassen. Hier bekommt der Sparkassennachwuchs einen Eindruck, was ihn später im Bankalltag erwartet. Die Azubis bekommen nicht nur die Chance, ihr bankwirtschaftliches Rüstzeug praxisnah zu vertiefen. Sie trainieren überdies, selbstständig zu arbeiten, sich im Team zu behaupten und Konflikte zu bewältigen oder zu vermeiden. An das letztgenannte Thema kann sich die frühere Kurzzeit-Filialleiterin Meinsma besonders gut erinnern. Um Probleme in der Gruppe oder im Tagesgeschäft möglichst schnell zu lösen, hatten die Auszubildenden den Einfall, eine Feed­back-Liste zu führen. Dazu notierte jeder Azubi auf einem Zettel, was ihm negativ auffiel oder was nicht rund lief. „In unseren regelmäßigen Besprechungen sind wir auf jeden der Punkte eingegangen und haben ihn diskutiert – so konnten Konflikte gar nicht erst entstehen“, resümiert Meinsma.

Die Feedback-Liste diente den Filialmitgliedern zudem als eine Art Motivationsspritze: „Auch Erfolge und Lob für unser Team haben wir dort festgehalten. Das hat geholfen, den Zusammenhalt unserer Gruppe zu stärken“, erklärt die ehemalige Filialleiterin. Ihr habe der einmonatige Praxistest viel gebracht: „Sich selbst im Team zu organisieren, hat uns viel selbstständiger gemacht; wir sind selbstbewusster in unserer Arbeit geworden und hatten dabei auch noch viel Spaß“, so Meinsma.

Über ähnliche Erfahrungen berichten Teilnehmer von Azubi-Filialen der Sparkasse Wuppertal. Dazu gehört Bastian Weierstall, der 2014 die Azubi-Filiale Hahnerberg leitete und heute erfolgreich als Berater tätig ist. „Die Azubi-Filiale hat uns die Möglichkeit gegeben, allein Themen auszuprobieren, ohne dass einem dabei über die Schulter geguckt wird“, erinnert sich Weierstall. Ihm habe dieser Freiraum sehr geholfen, um auszuprobieren, wie er am besten mit Kunden ins Gespräch kommt. Besonders hilfreich sei es gewesen, die Erfahrungen mit Kollegen zu teilen. Dies habe ihm ein ganzheitliches Bild verschafft, um Kunden bei Finanzprodukten gezielter zu beraten. Weierstalls Fazit: „Trotz des Gefühls der Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit war es gut, sich untereinander auszutauschen.“

Ein „Tag der offenen Tür“ wirbt für weiteren Nachwuchs

Im laufenden Jahr gibt es wieder eine Azubi-Filiale bei der Sparkasse Wuppertal. Diese bietet dem Institut auch eine Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber ins Gespräch zu bringen: Bestandteil jeder Azubi-Filiale ist der „Tag der offenen Tür“, an dem die Azubis von ihrer Ausbildung erzählen und persönliche Einblicke geben.

 
Jonas Winzen, Auszubildender in Krefeld: „Wir wachsen an unseren Aufgaben. Das motiviert unheimlich und stärkt die Persönlichkeit.“ © Sparkasse

Die Sparkasse Göttingen verfügt seit fünf Jahren über den „S-Spot“, eine dauerhaft eingerichtete Filiale, gesteuert von Auszubildenden für Kunden der jungen Generation. Hier gibt die Sparkasse den Azubis viel Freiraum, um sich auszuprobieren. Auch Kevin Vogt hat viel aus seiner Zeit beim S-Spot mitgenommen: „Ich habe gelernt, viel eigenständiger zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Wir kümmern uns hier selbstständig um den Kunden – von der Terminvereinbarung bis zur Nachbearbeitung. So lernen wir schneller, uns selbst zu organisieren und strukturiert zu arbeiten.“ Seine Kollegin Jananth Balaganesan ergänzt: „Da wir Auszubildenden im S-Spot immer in unterschiedlichen Konstellationen eingesetzt sind und gemeinsam eigene Marketingkampagnen entwickeln, ist Teamwork enorm wichtig. Jeder kann so seine Stärken einbringen und von den Mitauszubildenden profitieren.“

Hilfreich war der Aufenthalt in der Azubi-Filiale auch für Alea Kube. „Im S-Spot gibt es neben den alltäglichen Aufgaben noch viele weitere Projekte wie zum Beispiel das Erstellen von Vertriebskampagnen, das Pflegen der sozialen Medien und Kundenveranstaltungen, die wir kreativ gestalten können. Dadurch sammeln wir hier wertvolle Erfahrungen für unseren beruflichen Werdegang in anderen Filialen und Abteilungen.“

Wichtige Erfahrungen nimmt auch der 23-jährige Jens Leenen, Leiter der „Aha!-Filiale“ der Sparkasse Krefeld, für seine Berufslaufbahn mit. „Seit 2018 leite ich diese Geschäftsstelle, habe also eine erste kleine Führungsaufgabe. Gerade die Arbeit mit meinem Team macht mir großen Spaß, da es immer junge Leute sind, die die neuen digitalen Medien spielend beherrschen.“ Was ihn sehr freut: Nachdem die Aha-Filiale in Beratungsgesprächen I-Pads erfolgreich getestet hat, werden nun schrittweise auch die Finanzcenter damit ausgerüstet.

Jonas Winzen, Auszubildender im dritten Ausbildungsjahr, stößt ähnliche Töne an: „Wir wachsen an unseren Aufgaben, helfen uns gegenseitig im Team und unterstützen einander. So zeigen sich schnell erste Vertriebserfolge.“ Das motiviere unheimlich – und lasse den eigenen Anspruch steigen, sagt der 21-Jährige. Zudem helfen solche Erfolge, die Persönlichkeit zu stärken.