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| Was macht...

Trommeln für die gute Sache

...Gerd Hunsinger auf den Spuren von Ginger Baker?

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Gerd Hunsinger trommelt für sein Leben gern – und ebenso für das Leben anderer. Musik ist ein Lebenselixier für den 53-jährigen Pfälzer. Ein wichtiger Ausgleich für die Arbeit in der Stadtsparkasse Kaiserslautern und zugleich ein Trost für die dunkleren Stunden im Leben.

Viele Jahre lang war Hunsinger Dialysepatient; das hierzulande so gern gemiedene Thema Organspende liegt ihm darum besonders am Herzen. „Etwa 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein überlebenswichtiges Spenderorgan. Zusammen mit vielen anderen kämpfe ich dafür, dass sich mehr Menschen mit dem Thema befassen und dabei helfen, durch eine eigene Entscheidung Leben zu retten.“

 
„Ich liebe die Abwechslung und spiele mit meiner Combo ´Grupo Infernal´ Jazz und an anderen Tagen mit der Bigband des Musikvereins Hohenecken. Das Schöne an der Musik ist, dass man hiermit Herzen erreicht“, sagt Gerd Hunsinger. © privat

Fast die Hälfte seines Lebens hat der Kaiserslauterer bei seiner Sparkasse verbracht – in diesem Jahr feiert er 25-jähriges Dienstjubiläum. Die Stadtsparkasse ist jedoch nicht seine einzige Erfahrung mit den Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe. „Meine Ausbildung habe ich bei der Kreissparkasse Kaiserslautern absolviert, nach einiger Zeit folgte dann ein Abstecher zur damaligen Kreissparkasse Starnberg.“

Ein BWL-Studium in Saarbrücken schloss sich an; mit dem Abschluss in der Tasche ging es zurück in die pfälzische Heimatstadt, diesmal zur Stadtsparkasse Kaiserslautern. „Dabei war ich immer im Privatkundenbereich aktiv, denn der Kontakt zu anderen Menschen liegt mir einfach.“

 
Arbeitsplatz bei der Stadtsparkasse Kaiserslautern. Hunsinger ist im Privatkundenbereich tätig. © privat

Großes Vorbild Ginger Baker

Was sich auch auf den Freizeitausgleich auswirkte. „Ich wollte gerne in einer Band mitspielen, denn das war in jungen Jahren natürlich richtig cool. Darum habe ich das Klavierspielen sein lassen, denn mit diesem Instrument wäre es schwer gewesen, eine Rockband zu gründen. So kam ich zum Schlagzeug und träumte davon, vielleicht mal genauso berühmt zu werden wie Ginger Baker, der Drummer der 60er-Jahre-Supergroup ´Cream´.“

Rock und Pop blieben allerdings nicht die einzigen Stilrichtungen in Hunsingers Repertoire. „Mein Interesse war immer weit gestreut, ich spielte in Western- und Country-Bands genauso wie in Bigbands und in Jazz-Formationen. Auch heute noch liebe ich die Abwechslung und spiele mit meiner Combo ´Grupo Infernal´ Jazz und an anderen Tagen mit der Bigband des Musikvereins Hohenecken. Das Schöne an der Musik ist, dass man hiermit Herzen erreicht. Genau das versuche ich auch, wenn ich über das Schicksal von Menschen informiere, die ein neues Organ brauchen.“

 
„Wer einen Organspenderausweis ausfüllt, verliert nichts, spendet aber möglicherweise Leben. Was wir brauchen, ist daher ein Bewusstseinswandel. Auch dafür trommele ich weiter,“ sagt Gerd Hunsinger © privat

Nicht nur Rock im Repertoire

Wenn Hunsinger heute mit seinen Bands Konzerte gibt, dabei die Felle seines Drum-Sets bearbeitet und am Ende den Applaus des Publikums genießt, ist dies keine Selbstverständlichkeit. Hinter seinem Engagement für die in Deutschland unbefriedigende Organspendepraxis steht eine persönliche Leidensgeschichte, die auch anders hätte ausgehen können.

Fast acht Jahre lang musste der Familienvater auf eine Spenderniere warten; davor lag ein Martyrium als Heimdialyse-Patient, das heißt mit bis zu fünf Selbstbehandlungen täglich. „Ohne das Verständnis und die Unterstützung meiner Stadtsparkasse hätte ich meinen Beruf nicht weiter ausüben können, wofür ich meinem Arbeitgeber sehr dankbar bin.“

Seit 2007 ermöglicht ihm die Spenderniere ein weitgehend normales Leben, was seinem Einsatz für das von Gesunden so gern umschiffte Thema besonderes Gewicht gibt. „Wer einen Organspenderausweis ausfüllt, verliert nichts, spendet aber möglicherweise Leben. Was wir brauchen, ist daher ein Bewusstseinswandel. Auch dafür trommele ich weiter.“