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| Bankausbildung 2020

Werkzeug aus dem Katalog

Parallel zur Neuordnung des Berufsbilds Bankkaufmann hat das Team des DSGV-Projekts „Bankausbildung 2020“ Lösungsangebote zur Modernisierung der Ausbildung entwickelt. Bei der Fachtagung Personal wurden Konzepte und Instrumente vorgestellt.

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„Wie können wir die Bankausbildung attraktiver gestalten“, fragte Michael Thaler, Leiter Bildungspolitik und Personalwirtschaft an der Management-Akademie der Sparkassen-Finanzgruppe. Das neue Berufsbild tritt nach seinem Erlass zum 1. August 2020 in Kraft (wir berichteten). Das habe man in der Sparkassen-Finanzgruppe zum Anlass genommen, im Rahmen des DSGV-Projekts „Bankausbildung 2020“ modulare Lösungsangebote – Konzepte, Instrumente und digitale Tools – zur Modernisierung der Ausbildung zu entwickeln, so Thaler bei der Fachtagung Personal 2019 in Berlin.

In vier Teilprojekten wurden neue Ansätze entwickelt, die Sparkassen bei der Neuausrichtung der Ausbildung unterstützen werden. Das neue Angebot sei kein starres vorgegebenes System, erläuterte Thaler. Man solle sich das Ganze als eine Art Tuning-Katalog vorstellen und die Module wählen, die den eigenen Azubis Spaß machen und sie voranbringen. Entscheidend sei, dass die Ausbildung zur Region und zum jeweiligen Haus passe. „Experimentieren Sie, probieren Sie aus und entdecken Sie, was sich bewährt und wo es Optimierungsbedarf gibt“, forderte Thaler die Personalverantwortlichen der Sparkassen-Finanzgruppe auf.

Übersetzung des Rahmenplans in die Ausbildungspraxis

Im Zentrum des Projekts steht die Übersetzung des neuen Ausbildungsrahmenplans in die praktische Ausbildungsplanung der Sparkassen. Dazu werden Konzepte entwickelt, die eine Antwort darauf geben, in welcher Form, an welchem Einsatzort, mit welchen Methoden und Lernmedien die einzelnen berufsprofilgebenden Positionen vermittelt werden können, sagte Thaler. Die fachlichen Konzepte werden parallel zum Projekt in das von der FI empfohlene Ausbildungsmanagement-Tool „Percos Ausbildung“ umgesetzt und so digital zur Verfügung gestellt.

Doch nicht nur die Anforderungen an die Auszubildenden, auch das Rollenbild der Ausbilder wird sich verändern, sagte Thaler. Um alle an der Ausbildung beteiligten Personen, Auszubildende und Ausbilder, aktiv bei ihrer Arbeit zu unterstützen, werden daher im Projekt Schulungskonzepte und digitale Lernmedien entwickelt.

Bei der „Bindung von Auszubildenden“ stehen für die Sparkassen folgende Themenfelder im Fokus: Onboarding, Feedbackinstrumente und (inter-)kulturelle Kompetenz sowie eine frühzeitige und individuelle Karriereplanung „Dabei wurde sowohl die Zeit vor, während und nach der Ausbildung berücksichtigt“, erläuterte Thaler.

Übergang in das Angestelltenverhältnis erleichtern

Vor allem auch für die letzte Phase des Onboardings – die Vorbereitung auf die Zeit nach der Ausbildung – wurden Programme aufgegriffen, um den Übergang in das Angestelltenverhältnis zu erleichtern, so Thaler. Schon vom ersten Tag der Ausbildung an soll ein ganzheitliches Feedbacksystem Fragen zu Kompetenzen und Erwartungen beantworten.

Neu ist ein Leistungskompass, der aufzeigt, ob und zu welchen Konditionen der Azubi übernommen wird und welche konkrete Stelle dafür vorgesehen ist. „Dafür haben wir ein Feedbacksystem konzipiert, das vom Erwartungsmanagement bis zur Personalbedarfsplanung alle Aspekte berücksichtigt“, sagte Thaler.

Die kulturelle Kompetenz mit ihren zwei Perspektiven „Wir entdecken die Welt“ und „Wir laden die Welt zu uns ein“ ist ein wichtiger Aspekt für die Arbeitgeberattraktivität der Sparkassen: „Wir werden jungen Menschen künftig Bausteine für Betriebspraktika, internationale Zusatzqualifikationen und Sprachkurse im Ausland anbieten bis hin zu Apps, die die interkulturelle Kompetenz der Azubis stärken“, machte Thaler deutlich.

Sparkassen öffnen sich der Welt

Zum anderen öffneten sich die Sparkassen immer mehr der Welt – auch für Azubis aus dem Ausland. In der Sparkasse Elbe-Elster beispielsweise absolvierten 16 Azubis aus Afghanistan, Bulgarien, Griechenland, Indien, dem Iran, Polen, Spanien und Syrien eine Bankausbildung. Sieben von ihnen sind inzwischen unbefristet festangestellt (wir berichteten). „Damit erschließt die Sparkasse neue Bewerbermärkte und sichert nachhaltig den Bedarf an Fach- und Führungskräften in den Häusern“, so Thaler.

Der Neuausrichtung der Bankausbildung kommt eine besondere Bedeutung zu, weiß Thaler. Denn gegen den Trend sinkender Bewerberzahlen in der Branche wollen die Sparkassen ihre Arbeitgeberattraktivität für Schüler und Auszubildende steigern (wir berichteten).

Alle Beiträge zur Fachtagung Personal 2019 lesen Sie hier.