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| Indonesien

Kleinbetriebe stehen heute besser da

Der Wiederaufbaufonds der Sparkassen hat langfristig zur Verbesserung der Wirtschaft in Südasien beigetragen. 15 Jahre nach dem Tsunami von 2004 endet das letzte Projekt in der Region Aceh.

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Der Tsunami vom Dezember 2004 kostete in Südasien mehr als 220.000 Menschen das Leben. 132.000 Tote waren allein in der indonesischen Provinz Aceh zu beklagen. Es entstand ein geschätzter Schaden von 4,5 Milliarden US-Dollar, 406.000 Menschen wurden obdachlos.

Die Sparkassen-Finanzgruppe spendete damals 15 Millionen Euro, um den Wiederaufbau in Sri Lanka und in Aceh zu unterstützen. Im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Unternehmen, die in der Regel an Hilfsorganisationen spendeten, implementierte die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation ihre Hilfsleistungen selbst. Es ging darum, die Betroffenen langfristig zu unterstützen.

 
Die Rahmatullah Moschee im indonesischen Lampuuk wurde im Februar 2005 – also kurz nach der Katastrophe – von US-Präsident Bill Clinton besucht. Das seitdem Clinton Moschee genannte Gebäude hatte als einziges des 7000- Einwohner-Dorfs den Tsunamiwellen standgehalten. In den Holzkästen wachsen Baumsetzlinge zur Wiederaufforstung des Geländes. © Michael Kühl, Sparkassenstiftung Indonesien

Mit Hilfe der Sparkassenstiftung wurden in Aceh und Sri Lanka Mikrokreditprogramme aufgesetzt. Im Fokus standen Kleinunternehmer, die sich mit Beträgen zwischen 500 und 3500 Euro eine neue Existenz aufbauen wollten.

Mikrokredite für Mikrobetriebe

In indonesischen Banda-Aceh wurden damals Mittel für eine vierjährige Beratung der staatlichen regionalen Entwicklungsbank, der BPD Aceh, zur Verfügung gestellt, um gemeinsam mit Indonesien und der Weltgemeinschaft zum Wiederaufbau beizutragen.

 
Herstellung von Süßgebäck in Banda Aceh. Die Mittel aus dem Wiederaufbaufonds der Sparkassen-Finanzgruppe sind Klein- und Kleinstbetrieben zugute gekommen. © Michael Kühl, Sparkassenstiftung Indonesien

Als Anschubfinanzierung wurden aus dem Fonds Refinanzierungsmittel für die Mikrokredite in Höhe von zwei Millionen bereitgestellt, die nach zwei Jahren verzinslich und in Raten an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zurückgezahlt wurden.

Es wurde ein cashflow-basierter Mikrokredit implementiert. Dieser war anfangs nur den vom Tsunami betroffenen Unternehmern zugänglich, um zerstörte Geschäfte und Produktionsstätten wieder aufzubauen. Später wurde er als marktgerechter Mikrokredit für alle Klein- und Kleinstunternehmer der Provinz in das reguläre Produktportfolio der Bank übernommen.

 
Imbiss in Banda Aceh - die Tsunami-Katastrophe von 2004 ist überwunden, auch dank der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation. © Michael Kühl, Sparkassenstiftung Indonesien

Die Bank BPD Aceh war damit die erste von insgesamt 26 regionalen Entwicklungsbanken, die über einen Mikrokredit für diese Zielgruppe verfügte. Gemeinsam mit der Asian Development Bank wurden gut 100 Mikrokreditsachbearbeiter der Bank in Theorie und Praxis ausgebildet. Die mehrwöchige praktische Ausbildung übernahmen qualifizierte externe Mentoren.

Anschlussprojekt ermöglicht besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen

Etwa 2000 Unternehmer erhielten während der Projektlaufzeit Hilfe, Lebensgrundlagen wiederherzustellen und Traumata zu überwinden. Insgesamt wurden durch die Revolvierung der Refinanzierungsmittel aus der Sparkassen-Finanzgruppe Kredite im Volumen von 3,6 Millionen Euro valutiert.

 
Auf diesem mit Öl beladenen Tankschiff wurde bis 2004 Strom für Banda Aceh erzeugt, heute ist es eine Gedenkstätte. Der Tsunami von 2004 schleuderte die vor der Küste ankernde Plattform drei Kilometer ins Stadtinnere. © Michael Kühl, Sparkassenstiftung Indonesien

Doch das war noch nicht das Ende. Aus dem erfolgreichen Projekt in Aceh ergab sich ab 2010 ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziertes Projekt, um der indonesischen Bevölkerung den Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen über die 26 BPDs zu ermöglichen.

Dieses Projekt endet nach fast zehn Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Sparkassenstiftung im März 2020. Es wurden rund 70.000 Mikrokredite im Volumen von 130 Millionen Euro an Kleinunternehmer im städtischen und ländlichen Raum vergeben und damit ein großer Beitrag zur finanziellen Inklusion der indonesischen Bevölkerung geleistet.