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Coronakrise
Heinsberg steht zusammen
Der Kreis Heinsberg ist besonders stark von Infektionen mit dem Coronavirus betroffen. Landrat Stephan Pusch verspricht der Region via Facebook: „Ich will das Beste und Menschenmögliche tun.“ Auch die Sparkasse leistet ihren Beitrag.

Bei der Kreissparkasse Heinsberg gibt es einen klar definierten Plan, um auf Krisensituationen wie eine Epidemie zu reagieren. Wie von der Bankenaufsicht gefordert, haben sich die Verantwortlichen des Instituts auf mögliche Herausforderungen und eventuelle Personalengpässe vorbereitet.

„Auch wenn ein nennenswerter Teil der Belegschaft betroffen sein sollte, können kritische Prozesse beim Zahlungsverkehr oder im Wertpapierhandel aufrechterhalten werden“, sagt Thomas Aymans, Abteilungsleiter im Vorstandssekretariat der Kreissparkasse Heinsberg.

Die Mitglieder des Krisenstabes analysieren ständig die Situation: Wie ist der aktuelle Krankenstand? Können an irgendeiner Stelle Engpässe auftreten? Müssen vorbeugend Schritte erwogen werden, um den Geschäftsbetrieb weiter garantieren zu können?

Nach Bekanntwerden der ersten Coronafälle war schnell klar, dass die Kunden vermehrt im Servicecenter der Kreissparkasse anriefen. Montag vergangener Woche wurde die bisherige Höchstmarke übertroffen. Die Menschen wollten den Gang in die Filiale vermeiden oder waren direkt von Quarantänemaßnahmen betroffen.

Der Krisenstab hat daraus die Konsequenzen gezogen. „Wir trafen proaktiv Vorsorge, falls ein Mitarbeiter positiv getestet werden sollte“, sagt Aymans. Waren die Center-Mitarbeiter bislang in einem einzigen Großraumbüro untergebracht, wurden sie nun auf zwei Standorte verteilt.

Die wichtigen Vertriebswege offen halten

„Wir überprüften alle Funktionen und Abläufe, um auch im Fall der Fälle handlungsfähig zu bleiben und unseren Kundinnen und Kunden die wichtigen Vertriebswege offen zu halten“, beschreibt Aymans das Vorgehen. Nachdem es in der IT des Instituts einen Vorfall gab, wurde der Betroffene, der Kontakt zu einer infizierten Person gehabt hatte, strikt unter Quarantäne gestellt.

„Vorbeugend wurden deshalb Mitarbeiter ohne Symptome mit Homeoffice-Arbeitsplätzen ausgestattet“, so Aymans. Zusätzliche Plätze könnten bei Bedarf kurzfristig zur Verfügung gestellt werden.

Wichtig ist regelmäßige Information der Mitarbeiter

„Wichtig ist die regelmäßige Information der Mitarbeiter“, berichtet Aymans weiter. Die Kreissparkasse Heinsberg gibt regelmäßige Info-Updates zur Lage im Kreis und im Haus heraus. Zusätzlich verweist das Institut auf Hygienevorschriften und bittet die Mitarbeiter, ihr Verhalten an die Situation anzupassen: „Bitte reduziert Besprechungen, wo es geht, schränkt persönliche Kontakte ein und besucht das Nachbarbüro nur dann, wenn es notwendig ist.“

Wahrnehmung vor Ort weniger dramatisch

Zahlreiche Veranstaltungen von Organisationen oder Vereinen wurden im Kreis Heinsberg abgesagt. Auch die Kreissparkasse Heinsberg verzichtet auf große Events mit vielen Besuchern. Die Kunden wurden individuell benachrichtigt.

„Wir stellen auch fest, dass Externe zunehmend Besprechungen und Termine bei uns absagen. Vielfach hat man von außerhalb des Kreises einen anderen Blick auf die Situation und behandelt Heinsberg wie ein Krisengebiet“, so Aymans. Andernorts werde vieles dramatischer wahrgenommen als in der Region selbst, meinte Aymans.

Die Karnevalsveranstaltung, die als Ausgangspunkt der Infektionen gilt, hatte am 15. Februar stattgefunden. Ursprünglich sollte die Quarantäne von Betroffenen 14 Tage dauern. „Jedoch war am 1. März leider nicht alles vorbei“, sagt Aymans.

Weitere Infizierte hatten sich zu späteren Zeitpunkten angesteckt, stellte sich heraus. Auch ließen sich Infektionsketten nicht mehr lückenlos rekonstruieren. Deshalb halten es Mediziner für wahrscheinlich, dass Menschen, die infiziert waren, ohne es zu wissen, weitere Personen anstecken konnten.

Aktuell gibt es im Kreis Heinsberg rund 440 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Dass immer mehr positiv getestete Fälle auftauchen, liegt auch an den vermehrten Untersuchungen. Je flächendeckender getestet wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass Infizierte entdeckt werden. Im Kreis Heinsberg werden inzwischen täglich bis zu 300 Menschen in zwei Zentren getestet.

Krankenstand ist für die Jahreszeit normal

In der Kreissparkasse ist man besorgt und aufmerksam – dennoch bewertet Aymans die Lage nicht als kritisch. „Betrachtet man unseren aktuellen Krankenstand, ist dieser mit jedem anderen normalen Winter vergleichbar“, berichtet Aymans.

Die Zahl der Fälle, in denen positiv getestet oder Mitarbeitende unter Quarantäne gestellt wurden, mache nur einen geringen Teil des Krankenstandes aus. „Wir beobachten die Lage, prüfen regelmäßig, was getan werden kann, welche Risiken wir minimieren können und was wir schon auf dem Vorweg beiseite räumen können“, beschreibt Aymans das Vorgehen des Krisenstabes.

Gespräch mit Kunden bei zusätzlichem Liquiditätsbedarf

Ein besonderes Augenmerk hat die Kreissparkasse Heinsberg auch auf ihr Kreditgeschäft gelegt. Auch wenn die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Krise noch nicht abgeschätzt werden können, zeigen sich schon erste Auswirkungen, zum Beispiel in der Gastronomiebranche. Auch hier hat die Sparkasse schon gehandelt und sucht das Gespräch mit Kunden, wenn durch die Folgen des Coronavirus zusätzlicher Liquiditätsbedarf entsteht.

Sparkasse engagiert sich für Zusammenhalt im Kreis

Das Wichtigste im Kreis Heinsberg sei es, Zusammenhalt zu leben und vorzuleben. „Und wir als Kreissparkasse Heinsberg sind ein wichtiges Glied in dieser Kette“, betont Aymans. Deshalb schließe sich das Institut dem Engagement des Landrats Stephan Push an, der sich in den sozialen Medien an die Bürger wendet unter dem Motto „#HSbeStrong – Gemeinsam stark im Kreis Heinsberg“.

Dem hat sich die Kreissparkasse angeschlossen. „Das ist auch unser Anspruch: Wir müssen alle zusammenstehen, dann bewältigen wir auch die Situation erfolgreich“, so Aymans. Das Institut habe deshalb Aufkleber mit dem Hashtag gedruckt und in vielen Filialen ausgelegt. „Wir im Kreis Heinsberg stehen zusammen, jetzt erst recht!“

 

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Thomas Schindler
– 13. März 2020