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Unternehmenskultur
60 Seiten freie Meinung
Die LBS Nord entwickelt ihre Unternehmenskultur. Wichtigste Zwischenergebnisse: Die Mitarbeiter gestalten engagiert mit. Und: Der Wunsch nach Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort ist groß.

Die LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover (LBS Nord) hat den Audit-Prozess von „Neue Qualität der Arbeit (INQA)“, einer Initiative des Bundesarbeitsministeriums, absolviert und wurde dafür mit dem Gütesiegel „Zukunftsfähige Arbeitskultur“ ausgezeichnet. In einem mehrstufigen Prozess über eineinhalb Jahre wurden Ansatzpunkte für eine moderne Personalpolitik erarbeitet, viele Themen sind bereits umgesetzt.

Wichtig war der LBS Nord dabei, möglichst viele Angestellte am Gestaltungsprozess zu beteiligen. Deshalb rief man im Rahmen mehrerer Veranstaltungen und per Ausschreibung zur Mitarbeit auf. Die Auswahl der Projektteilnehmer trafen Projektleiter und Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte und ein Repräsentant des Vorstands dann gemeinsam und anhand von Kriterien, die eine möglichst gute Abbildung der Belegschaft gewährleisten sollten.

In der Projektgruppe fanden sich schließlich die verschiedenen Hierarchieebenen (vom Azubi bis zur Bereichsleitung), Altersgruppen (von Anfang 20 bis Anfang 60), Bereiche, Geschlechter, Voll- und Teilzeitkräfte sowie Niederlassungen wieder.

In der Projektgruppe waren alle Altersklassen, Niederlassungen und Hierarchiestufen vertreten.

Grundlage des Audits sollte eine Mitarbeiterbefragung zu den Themen Führung, Chancengleichheit, Gesundheit und Kompetenz bilden. Der genutzte Online-Fragebogen, entwickelt von Bundesarbeitsministerium, Bertelsmann-Stiftung und Demographie-Netzwerk, enthält vorrangig Fragen, die anhand von Bewertungsskalen beantwortet werden. Daneben gibt es aber auch Freiraum, um Themen detaillierter anzusprechen, Wünsche zu äußern und die eigene Meinung zu sagen.

Großes Bedürfnis nach Partizipation

Auf diese Weise sind über 60 Seiten an Freitext zusammengekommen, die laut Monika Grave „sehr wertvoll für die Analyse der Handlungsfelder und die Ableitung der Maßnahmen waren“. Die hohe Teilnahmequote und die starke Nutzung der Möglichkeit, Themen anzusprechen, zeigten ein großes Bedürfnis nach Partizipation, so die Pressesprecherin der LBS Nord. Über die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich mit dem Unternehmen auseinanderzusetzen und sich am Veränderungsprozess zu beteiligen, habe man sich sehr gefreut.

Aus den Ergebnissen der Untersuchung formulierte die Projektgruppe einen Entwicklungsplan. In kleineren Teams arbeitete man dann an den Themenfeldern, die sich herauskristallisiert hatten. Studienergebnisse und geplante Maßnahmen wurden zudem in Informations- und Dialogveranstaltungen diskutiert, an denen 250 Mitarbeiter teilnahmen.

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Lebensumständen

Insgesamt wurden 19 Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt beziehungsweise zur Umsetzung vorbereitet. Zwei Dienstvereinbarungen könnte man hier besonders hervorheben – für mobiles Arbeiten und für berufliche Auszeiten –, die der Belegschaft eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und individuellen Lebensumständen bringen sollen.

Bei der neuen Dienstvereinbarung zum mobilen Arbeiten hat man auf konkrete Vorgaben – wie etwa einen Anspruch auf einen bestimmten Zeitanteil – bewusst verzichtet. Die LBS Nord will hier größtmögliche Freiheit bieten und so die Zufriedenheit des Einzelnen und die Eigenverantwortung in den Teams steigern. Auch die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt habe man bei solchen Angeboten natürlich im Auge, sagt Grave. Die Dienstvereinbarung werde man „durch eine stetige Optimierung der technischen Arbeitsmittel sowie der internen Abläufe weiter fördern“.

Auch die neue Dienstvereinbarung für berufliche Auszeiten bietet den Mitarbeitern Flexibilität. Dank einer Anspar- und einer Freistellungsphase und Laufzeiten zwischen zwei und zwölf Monaten (bei einer Freistellungsphase von maximal sechs Monaten) eigne sich das Modell für alle Altersklassen und viele Anlässe, etwa eine Weltreise, den Hausbau oder die Pflege von Angehörigen.

Thementage, Stimmungsbilder, Wissenstandems

Auch nach Abschluss des Audits und der Umsetzung aller Maßnahmen will die LBS Nord das neue Miteinander und den offenen Austausch verstetigen. Bereits initiierte Formate wie der regelmäßige Newsletter und Botschaften des Vorstands sollen fortgesetzt und um andere Foren erweitert werden. So sollen Fachbereiche sogenannte Thementage durchführen, eine digitale Pinnwand Stimmungsbilder erheben und der konkrete Wissenstransfer auch im Tandem gelingen.

Die LBS Nord beschäftigt 470 Mitarbeitern in den Niederlassungen Hannover, Berlin und Oldenburg sowie den Regionaldirektionen innerhalb des Geschäftsgebiets.

Der Vorstand der LBS Nord begleitete den Prozess von Anfang an positiv. 

„Unsere Ziele bestehen darin, intern eine motivierende und gesundheitsorientierte Unternehmenskultur zu fördern und perspektivisch auch nach außen hin ein Zeichen zu setzen, dass sich unser Unternehmen aktiv mit den Herausforderungen der Zukunft auseinandersetzt und viel Wert auf ein gutes Arbeitsklima legt.“ Vorstandvorsitzender Jan Putfarken (links)

„Durch den eingeleiteten Veränderungsprozess konnte in den zurückliegenden Monaten ein wichtiger Beitrag geleistet werden, unsere LBS Nord als noch attraktiveren Arbeitgeber aufzustellen. Das Prädikat ist für uns eine schöne Würdigung des gemeinsamen Erfolgs.“ Vorstand Maik Jekabsons (rechts)

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema.

Silvia Besner
– 22. April 2021