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Was macht ... Gernot Weigl
Aufgeschoben, nicht aufgehoben
Von der Nudelparty bis zur Siegerehrung: Alles war vorbereitet. Doch das Coronavirus machte die­ Verschiebung des Sparkassenmarathons 2020 unumgänglich. Chef-Organisator Gernot Weigl hat trotzdem alles im Griff und verspricht: Je länger man sich drauf freut, desto schöner wird’s!

Gernot Weigl weiß, wovon er spricht: Seit zwei Jahrzehnten ist der gebürtige Münchner so etwas wie der „Mister Marathon“ der bayerischen Landeshauptstadt. Seine München Marathon GmbH hat reichlich Erfahrung mit der Langstrecke. „Schon bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 2002 haben wir den Marathon mit organisiert“, so Weigl, „und die EM 2022, die wieder in München stattfinden wird, unterstützen wir ebenfalls“.

Auch mit der Organisation des 45. Sparkassenmarathons wurden Weigl und seine Mitarbeiter betraut. Ausrichter sind die BayernLB und ihre Direktbank-Tochter DKB (wir berichteten), die sich Weigls Expertise sicherten. Einige Wochen lang hatte Weigl gehofft, dass das Coronavirus bis zum ursprünglichen Termin des Sparkassenmarathons am 9. Mai schon wieder Geschichte sein würde – es kam bekanntermaßen anders. Nun wurde der 10. Oktober als Ausweichtermin gefunden.

Seine langjährigen Kontakte haben die Verschiebung des Sparkassenmarathons auf Mitte Oktober möglich gemacht: Gernot Weigl ist Münchens Marathon-Mann.

„Der Termin bot sich an, weil wir am 11. Oktober den München Marathon absolvieren. Die Infrastruktur, also der Olympiapark und die Olympiahalle für die Siegerehrung, hatten wir bereits gebucht. Das ist gut für die Kosten. Durch die zeitliche Abgrenzung vom München Marathon bleibt der Sparkassenmarathon aber eine eigenständige Veranstaltung.“

Alte Kontakte zahlen sich aus

Für Weigl und sein Team zahlen sich damit die seit Jahrzehnten geknüpften Kontakte aus. „Für den Sparkassenmarathon müssen wir mit den Verkehrs- und Notdiensten genauso sprechen wie mit der Polizei, der Verwaltung und dem Bayerischen Roten Kreuz. Die etablierten Kommunikationswege haben dabei geholfen, dass wir schnell eine neue Lösung präsentieren konnten.“ Für die Stadt München gibt es damit mitten im goldenen Oktober Marathon satt.

Die Verschiebung bedeutet einigen Zusatzaufwand für die Marathon-Experten. Allerdings konnte manche Doppelarbeit vermieden werden. So haben die 5000 Medaillen – jeder Teilnehmer bekommt ein Exemplar – noch kein Datum bekommen, dies wird nachträglich eingraviert. Keine Probleme bedeutet der neue Termin für die Versorgung der Sportler. „Für die Nudelparty am 9. Oktober ist natürlich gesorgt, etwa eine halbe Tonne Nudeln werden zubereitet.

Am Lauftag selbst versorgen wir die Läufer mit rund 15.000 Litern Trinkwasser, 2000 Energieriegeln und 600 Kilo Bananen“, berichtet Weigl, der trotz aller Erfahrung immer noch und immer wieder mit Herzblut bei der Sache ist. „Vor einem Marathon kribbelt es bei mir immer, einfach weil die Atmosphäre so faszinierend ist. Solch ein Lauf ist ein Erlebnis, das riesige Emotionen weckt, bei den Athleten, beim Publikum – und eben immer wieder auch bei mir.“

Robert Reuter
– 30. April 2020