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06. Oktober 2017 - 08:30Instant Payments

Bereit für europaweite Einführung

von David Kollmann

Bisher führt Bezahlen in Echtzeit in Europa noch ein Nischendasein. Ab Ende 2017 stehen jedoch ein europaweites Regelwerk und ein erstes paneuropäisches Zahlungssystem bereit. Damit können Instant Payments in Euro dem Empfänger zur sofortigen Verfügung sekundenschnell übermittelt werden.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Gerade im E-Commerce erwarten Kunden Transaktionen quasi in Echtzeit. (alexbrylovhk/fotolia)
Es hat zwölf Jahre gedauert, den bargeldlosen Euro-Zahlungs­verkehr in Europa zu vereinheitlichen. Rechtsnormen und  Vereinbarun­gen zwischen den Banken mussten angeglichen, organisatorische und technische Standards entworfen, Software entwickelt und Clearingstellen eingerichtet werden. Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (Single Euro Payments Area, kurz Sepa) hat eine Reihe nationaler, regionaler und bilateraler Lösungen ersetzt, beschleunigt oder kostengünstiger gemacht. Heute, drei Jahre später, fordert niemand  mehr ernsthaft eine Rückkehr in die Zeiten vor Sepa. Die aufgebaute Struktur erfüllt alle Erwartungen und kann guten Gewissens als voller Erfolg gewertet werden. Einziger Kritikpunkt, der allerdings vor einigen Jahren so noch nicht absehbar war, ist: Sepa funktioniert nicht schnell genug.
Der Rechtsrahmen, die Normen und die aufgebaute Infrastruktur erfüllen zwar die Startvorgaben der frühen 2000er-Jahre. Aber der technische Fortschritt und die damit einhergehende Erwar­tungs­haltung der Kunden (End- und Firmenkunden sowie Finanzdienst­leister) hat sich schneller entwickelt als seinerzeit abzusehen war. 2002 wurde noch befürchtet, dass die Iban zu lang sein und vor allem bei älteren Kunden zu einer höheren Fehlerquote führen könnte. Diese Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Der Siegeszug von Smartphones und Tablets hat dazu geführt, dass selbst ein Großteil der Senioren heute Scanfunktionen und Copy&Paste nutzt. Grafische Benutzeroberflächen und mobile Kommunikationstechnik sind als Lösungsansätze mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sie einen Filialbesuch nahezu ersetzen können.
Finanzkrise und das Aufkommen neuer Konkurrenz durch Fintechs und branchenfremde Anbieter haben die Branche ebenfalls aufgerüttelt. Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt wieder stärker auf dem Kunden und seinen Bedürfnissen. Dazu gehört einerseits, sich immer weniger mit Einzellösungen aufzuhalten  und andererseits, gewohnte Verhaltens­muster nach Möglichkeit nicht ändern zu müssen. Auch im Zahlungs­verkehr soll alles schnell und einfach funktionieren. Keine leichte Aufgabe, denn das bedeutet nichts weniger, als alle Vorteile des Bargelds in die Welt der Onlinezahlungen zu übertragen.

Alternative Zahlungsanbieter haben E-Commerce besetzt

Was mit einem Internet-Auktionshaus und einem Online-Buchversender begonnen hat, war in der Rückschau eine immer noch fortschreitende Revolution des (Einzel-)Handels. Das bequeme Bestellen vom Sofa aus, günstige Konditionen, Verlässlichkeit und schnelle Lieferung haben ganze Teile der Volkswirtschaft neu geordnet. Nach Buchhändlern, Hifi-Läden und Reisebüros richtet sich der Blick jetzt zunehmend auch auf Versicherungen und Zahlungsdienstleistungen. Der Erfolg vieler Fintechs der vergangenen Jahre gründet letztendlich nur auf der Erfüllung offensichtlich gewordener Kundenanforderungen – darunter fallen schnellere Geldtransfer sowie eine unmittelbare Verfügbarkeit des erhaltenen Betrags.
Aus Kundensicht erfüllen manche Anbieter diese Erwartungen besser als "etablierte" Finanzinstitutionen. Zahlreiche Kunden haben deshalb in den vergangenen Jahren vor allem bei Onlinekäufen verstärkt auf alternative Zahlungsanbieter zurückgegriffen. Allerdings haben die im Markt agierenden Anbieter von Geldtransfers in Echtzeit derzeit noch einen zentralen Schwachpunkt: Der Kunde benötigt ein eigenes Konto beim Anbieter, das nur für diesen Zweck eingerichtet werden muss und das bei weitem nicht die Möglichkeiten eines regulären Girokontos hat.
Dafür sind kleinere Transaktionen in der Regel in wenigen Minuten beim Empfänger1 – der in der Regel auch ein Konto beim entsprechenden Anbieter braucht. Bei onlineaffinen Nutzern kommt da schnell eine unüberschaubare Zahl inkompatibler Accounts zusammen. Solche Insellösungen sind  zwar schnell – aber umständlich für den Endkunden und teuer für die Händler.
Im Gegensatz zu Zahlungen innerhalb solch geschlossener Systeme, benötigen Massenzahlungen wie Sepa-Überweisungen oder -Lastschrif­ten immer noch einiges länger, bis sie auf dem Konto des Empfängers eingehen. Beauftragte Überweisungen werden von der Bank des Senders meist an ein Clearinghaus weitergeleitet2, welches das Clearing übernimmt. In einem Buchungsschnitt werden die Zahlungen der angeschlossenen Banken dann untereinander verrechnet. Diese Buchungssätze werden an die einzelnen Institute übergeben und der Empfänger bekommt oft am gleichen, spätestens aber am darauffolgenden Bankgeschäftstag von seinem Kreditinstitut das Geld gutgeschrieben. Diese Lösung ist sicher und sehr günstig aber verhältnismäßig langsam. Ein Zusammenführen der Vorteile dieser beiden Ansätze war nur eine Frage der Zeit. Von technischen Seite wird jetzt eine entsprechende Lösung dafür bereitgestellt.

Europaweites Bezahlkonzept

Geschwindigkeit ist für Endkunden und Einzelhändler zu einem entscheidenden Merkmal geworden. Das hat auch das Euro Retail Payments Board (ERPB) erkannt. Es gab den entscheidenden Anstoß für die Entwicklung von Echtzeitzahlungen in Euro und hat die Vorgaben für ein europaweites Instant-Payment-System erarbeitet. Diesem Gremium, das 2013 das Sepa-Council nach Erfüllung seiner Aufgabe abgelöst hat, gehören unter Vorsitz der Europäischen Zentralbank (EZB) jeweils sieben Vertreter der Nachfrageseite (Verbraucher, Einzelhändler, Unternehmen etc.) und der Angebotsseite (Banken und andere Zahlungsdienstleister) sowie sechs Vertreter nationaler Zentralbanken an. Ende 2014 hat das ERPB in einer Erklärung die Rahmenbedingun­gen für Instant Payments definiert:
  • "Unter Berücksichtigung entstehender nationaler Lösungen und zur Verhinderung von Markfragmentierung haben sich die ERPB-Mitglieder auf das Folgende geeinigt: [Es besteht] Bedarf an einer europaweiten Lösung für Instant Payments in Euro, die für alle Payment Service Provider (PSPs) in der Europäischen Union offen ist."3
Die aufzubauende Struktur sollte den Anforderungen und Bedürfnissen von End- und Geschäftskunden sowie Banken entsprechen. Berücksichtigt werden mussten also Person-to-Person(P2P)-, Person-to-Business(P2B)-, Business-to-Person(B2P)- und Business-to-Business-Transaktionen (B2B) in den verschiedensten Variationen. Diese schließen so unterschiedliche Anforderungen wie Geldanweisungen zwischen Privatpersonen, die sich nicht kennen (z. B. bei Auktionskäufen), den Erwerb einer Versicherung (z. B. bei Antritt einer Spontanreise), die Rückerstattung eines Kaufpreises bis hin zu Liquiditätsmanagement bei Firmen- und Geschäftskunden mit ein.
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  1. Bereit für europaweite Einführung
  2. Europäische Gemeinschaftsproduktion
  3. (R)Evolution
  4. Fazit
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