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| Beteiligungen

Finanziers der Jobentwickler

Über ihre Mittelstandsbeteiligungen leisten die Sparkassen wichtige Beiträge, um Arbeitsplätze in den Regionen zu schaffen. Hier sind einige Beispiele.

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Wenn Herrmann Dittmers, Geschäftsführer der S-Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse in Freiburg, über die steigende Zahl von Arbeitsplätzen seiner mehr als 40 Beteiligungsfirmen spricht, schwingt ein gewisser Stolz mit. „Die Mitarbeiterzahlen unserer Beteiligungsnehmer steigen kontinuierlich. Besonders im vergangenen Jahr“, betont der Firmenchef. So beschäftigten seine Beteiligungsfirmen 2018 knapp 2480 Mitarbeiter, zwei Jahre zuvor waren es etwas mehr als 2300. Dabei sind die Arbeitnehmer in den verschiedensten Branchen aktiv: Ob beim Schmuckdesigner Bernd Wolf, dem Medizintechniker Cobes bis zur Welte Fahrzeugbau Gesellschaft, einem traditionsreichen Hersteller von Forstmaschinen.

Die S-Beteiligung aus Freiburg ist eine von rund 70 Kapitalbeteiligungsgesellschaften der Sparkassen-Finanzgruppe, die mehr als 1500 Beteiligungen mit einem Volumen von mehr als 1,1 Milliarden Euro halten. Sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, um Arbeitsplätze zu schaffen und zu halten – vor allem in vielen strukturschwachen Regionen. Doch das ist nicht alles. Auch in konjunkturellen schwierigen Phasen sind die Sparkassen über ihre Beteiligungsfirmen ein fester Anker für die Mittelständler. Sie begleiten die Betriebe auch durch Krisenzeiten und springen nicht ab, falls es mal eng wird. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, die Beschäftigungslage im Bundesgebiet zu verbessern.

Hilfe bei der Fachkräftesuche


Ein weiterer Pluspunkt: Die S-Beteiligungen in Freiburg unterstützt beispielsweise die mittelständischen Betriebe auch dabei, qualifizierte Kräfte auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt zu gewinnen. „Mittelständler, an denen wir uns beteiligen, müssen heute eine attraktive Arbeitgebermarke sein. Nur so können sie in Konkurrenz zu großen Unternehmen Talente gewinnen und an sich binden.


Indem wir das Wachstum dieser Firmen auf eine gesunde finanzielle Basis stellen, ermöglichen wir eine professionelle HR- und Personalmarketingarbeit“, betont Dittmers. Dabei greift die S-Beteiligungen den Mittelständlern auch ganz direkt unter die Arme. „Ein Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitern hatte den Wunsch, seine Mitarbeiter am Wachstum der Firma zu beteiligen und damit auch ans Unternehmen zu binden. Wir haben die Erarbeitung eines virtuellen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms unterstützt, be­gleitet und in der Gesellschafterversammlung mit beschlossen“, nennt der Geschäftsführer als Beispiel.


Ähnlich wirkt Florentin Walker, Geschäftsführer der S-Kap Unternehmensbeteiligungs-Gesellschaft der Sparkasse Pforzheim Calw, auf sein Beteiligungsportfolio ein. „Im Rahmen von Beteiligungsfinanzierungen ermöglichen wir es regelmäßig ausgewählten Mitarbeitern, sich über Mitarbeiterbeteiligungsprogramme am Unternehmen zu beteiligen“, so Walker. Dies führe nicht nur dazu, engagierte Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Es sei „auch ein Erfolgsfaktor für die angestrebte Steigerung des Unternehmenswertes und damit der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Beteiligungsunternehmens“.

Aufstiegschancen für Mitarbeiter

Rückendeckung beim personellen Auf- bau erhalten auch die Beteiligungsfirmen von der Nord Holding aus Hannover, an der diverse Sparkassen – darunter aus Göttingen, Hannover, Celle, Osnabrück – und die Versicherungsgruppe VGH beteiligt sind. Dabei hilft die Beteiligungsholding beim Personalaufbau ihrer Betriebe mit ihrem umfassenden Know-how und Netzwerk. „Im Rahmen der Expansion gehören Mitarbeiterprogramme zu unserem Standard, da eine gezielte Mitarbeiterentwicklung notwendig ist, um die Unternehmen auf die nächste Ebene“ weiterzuentwickeln“, so der Nord Holding-Geschäftsführer Rainer Effinger.


Als Beispiel aus dem reichhaltigen Potpourri an Beteiligungsfirmen nennt er die Jumpers Fitness GmbH, einer bundesweit agierenden Sportstudio-Gruppe mit 31 Anlagen. So hat die Gesellschaft ihren Umsatz auch durch viel unternehmerischem Geschick der Nord Holding beim Personalaufbau von sechs auf rund 20 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

Zahlreiche Aufstiegschancen

„Durch die neuen Strukturen und das enorme Wachstum bieten sich für bestehende Mitarbeiter, aber auch Neueinsteiger, permanent zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten und interessante Entwicklungsfelder“, betont Effinger. Die Ausschreibung verschiedenster Traineestellen biete besonders motivierten und leistungsstarken Mitarbeiter früh die Möglichkeit, sich für höhere Aufgaben zu präsentieren und eine Karriere bei Jumpers zu starten. Zudem hat die Nord Holding bei Jumpers eine zweite Management­ebene eingeführt, begleitet durch einen strukturierten Change-Managementprozess. Dies half, die Expansion der personal­intensiven Fitness-Studio-Gruppe voranzutreiben. „Durch einen rasanten Anstieg von 154 Mitarbeiter in 2013 auf 372 in 2019 galt es sowohl den Bewerberprozess, Einstellungsprozess bis hin zum Mitarbeitermarketing stetig im Sinne des Bewerbers und Mitarbeiters weiter zu entwickeln“, sagt der NH-Geschäftsführer.

Die Alternative für den bisherigen Verkäufer ist häufig nur der Verkauf an einen strategischen Investor, der die Eigenständigkeit des Unternehmens meist beenden und viele zentrale Funktionen abbauen würde.“
Rainer Effinger, Geschäftsführer Nord Holding

Ebenso wichtig sei es dem Hannoveraner, dass sie auch die Manager ihrer Beteiligungsfirmen fit für die geschäftlichen Herausforderungen machen. „Insbesondere im Rahmen von Nachfolgeinvestments kommt der breiten Beteiligung des Managements am Unternehmen eine zentrale Bedeutung zu. Wir helfen dabei Manager zu Unternehmern zu machen und hierdurch eine neue Dynamik in den Unternehmen auszulösen“, erklärt Effinger.

Ansonsten könne sich dies negativ auf die Beschäftigungssituation der Firmen auswirken. Effinger: „Die Alternative für den bisherigen Verkäufer ist häufig nur der Verkauf an einen strategischen Investor, der die Eigenständigkeit des Unternehmens meist beenden und viele zentrale Funktionen abbauen würde.“

Zentraler Baustein Mitarbeiterzufriedenheit

Auch bei der Ausbildung von Mitarbeitern steht die Nord Holding ihren Beteiligungsfirmen zur Seite. „Mitarbeiterzufriedenheit und -ausbildung sind zentrale Bausteine, um die angestrebten Wachstumsziele unserer Unternehmen zu erreichen. Neben dem Ausbau der internen Personalabteilungen, zum Beispiel häufig auch mit der Einstellung eines ersten Mitarbeiters oder Mitarbeiterin für den Bereich Personalentwicklung, haben wir vielfältige Netzwerkpartner, die unsere Portfoliounternehmen bei der Ausbildung von Mitarbeitern unterstützen“, weiß Effinger.

Die Strategie der Nord Holding, mehr Arbeitsplätze bei ihren Gesellschaften zu schaffen, gehe auf. Das belegten auch die Zahlen. „Unsere aktuell zwölf Mehrheitsbeteiligungen beschäftigen in Summe zirka 2000 Mitarbeiter. Entsprechend unserer Strategie in Wachstumsunternehmen zu investieren, haben elf Unternehmen seit unserem Einstieg die Mitarbeiterzahl ausgebaut“, sagt der Geschäftsführer. Damit seien jedes Jahr durchschnittlich über alle Unternehmen aus dem Portfolio mehr als fünf Prozent an Mitarbeitern dazugekommen, heißt es.

 
„Die Mitarbeiterzahlen unserer Beteiligungsnehmer steigen kontinuierlich. Besonders im vergangenen Jahr“, sagt Hermann Dittmers von der S-Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse in Freiburg. © S-Beteiligungsgesellschaft

Fest im Blick hat auch Thomas Bleier, Geschäftsführer der BSV-Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse Vogtland, die Arbeitsplätze seiner Beteiligungsfirmen. „Wir haben unseren ausschließlichen Fokus auf die primäre Unterstützung von Unternehmen der Region gerichtet. Dabei ist uns der Erhalt und der Ausbau der Arbeitsplatzbasis mit Hinblick auf die strategische Entwicklung ein Hauptziel“, sagt der Geschäftsführer. Engagiert ist die BSV mit ihren Firmen in diversen Wirtschaftszweigen – dazu gehören personalintensive Gesellschaften im verarbeitenden Gewerbe, dem Handel oder bei den Kfz-Reparaturbetrieben.

Absicherung von 2500 Jobs

Aktuell ist die BSV an etwa 80 mittelständischen Unternehmen beteiligt. Sie leistet damit einen Beitrag in der Region, um die mehr als 2500 Arbeitsplätze abzusichern. „Als Tochterunternehmen der Sparkasse Vogtland sind wir eine der größten und vor allem aktivsten Beteiligungsgesellschaften, die von Sparkassen getragen wird“, heißt es bei der BSV. Den Beteiligungsfirmen bei der Ausbildung ihrer Mitarbeiter allerdings direkt zu helfen, stößt bei den Vogtländern auf Hürden. „Unterstützung von Beteiligungsunternehmen ist grundsätzlich möglich, allerdings gibt es hier die Grenzen von Haftungen bei faktischer Geschäftsführung“, so Bleier: „Eine generelle Unterstützung von Unternehmen bei einem derartig hohen Portfolio in unserer Gesellschaft ist im Einzelfall möglich, aber würde bei der Ausbildung von Mitarbeitern von Beteiligungsunternehmen unter anderem auch zu einem nicht vertretbaren Aufwand führen.“