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Fußball-Bundesliga: Kartenzahlung kontert Bargeld aus

Die neue Bundesliga-Saison hat begonnen. Wie können die Fans in den Stadien des Profi-Fußballs bezahlen? Payment-Experte Rudolf Linsenbarth gibt einen Überblick.

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Bei den drei aufgestiegenen Vereinen aus der 2. Bundesliga in Deutschlands höchste Spielklasse haben wir eine Cash-Only-Arena (1. FC Union Berlin, Stadion An der Alten Försterei) und zwei Stadien, bei denen sowohl Bar- als auch Kartenzahlung möglich ist (1. FC Köln, RheinEnergie-Stadion sowie SC Paderborn, Benteler-Arena). Mit dem 1. FC Köln kehrt auch Bluecode, das Mobile Payment mit Fanbindungs-Komponente, zurück.

Gewechselt, beziehungsweise ihr Payment ergänzt, haben Bayer 04 Leverkusen, Borussia Dortmund, der FC Augsburg, Fortuna Düsseldorf, der FC Schalke 04 sowie der VfL Wolfsburg. Die größten Veränderungen dürften dabei auf die Fans des BVB zukommen. Der jahrelang sehr erfolgreich betriebene Stadiondeckel wird um die kontaktlosen Zahlverfahren von Mastercard und VISA sowie der girocard ergänzt.

Im Signal Iduna Park hat man sich nicht nur damit zufriedengegeben, ein weiteres Terminal aufzustellen, sondern auch die Firma Secupay aus Dresden damit beauftragt, ein Ingenico-Terminal zu entwickeln, über das sowohl Closed-Loop als auch Open-Loop-Zahlungen verarbeitet werden können. Zusätzlich hat Ergonomic Solutions, einer der Marktführer für Technologie-Halterungslösungen, eine spezielle Terminal-Befestigung für dieses Projekt entwickelt. Gleichzeitig konnte mit der Comdirect Bank ein neuer Banking-Partner gewonnen werden, der die Fans mit den entsprechenden Produkten von VISA (gebrandete Kreditkarte, Bezahlarmband, Apple und Google Pay) versorgt.

Ähnlich weitgehend ist die Umstellung in der Volkswagen Arena des VfL Wolfsburg. Hier wird die kontaktlose Geldkarte (girogo), durch offene Kartenzahlung und eine Closed- Loop-Lösung ersetzt. Bezahlen kann man auch hier mit Mastercard, girocard und VISA. Selbstverständlich auch kontaktlos und die kontaktlosen Mobile-Payment Verfahren funktionieren ebenfalls. Wer Bargeld bevorzugt, muss dieses aber zunächst auf die neue VfL Pfandkarte des VfL Wolfsburg einzahlen. Außerdem wird der Fan ab jetzt zwei verschiedene Terminals auf dem Kiosk-Tresen vorfinden.

Bayer Leverkusen hat seinen im letzten Jahr gestarteten Test beendet, und das neue System auf alle Verkaufsstände im Stadion ausgerollt. Genau wie beim 1. FSV Mainz 05, der bereits ein Jahr früher gestartet war, wird ab dieser Saison die Geldkarte um die Standard- Zahlverfahren des Handels ergänzt. Die Besonderheit hier: Die Geldkarte funktioniert nur noch in der gesteckten Variante.

 
Bayer Leverkusen erweitert sein Bezahlsystem um die Standard- Zahlverfahren des Handels. © Bayer 04 Leverkusen

Der FC Augsburg und Fortuna Düsseldorf schließlich ergänzen ihr Angebot am Kiosk um das Mobile Payment von Bluecode. In der Augsburger WWK Arena wird Bluecode, neben dem der Closed-Loop-Lösung FCA Card, als einziges anderes Zahlverfahren zeitnah zum Saisonstart angeboten. In der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena hat die Umrüstung der Kassen bereits begonnen und auch hier steht der Start unmittelbar bevor. Beim FC Augsburg ist BlueCode, genau wie beim 1. FC Köln, Bestandteil der Fan-App. Während man in Düsseldorf erst einmal ohne App-Integration startet.

Am Tag des Bundesligastarts kam dann noch die folgende Meldung: Künftig können S04-Fans und Besucher der Veltins-Arena die Knappenkarte mit paydirekt aufladen und ab dem Start der Rückrunde auch im Stadion bargeldlos mit dem Handy bezahlen. Von den 18 Bundesliga-Vereinen haben bereits über die Hälfte Kartenzahlung im Portfolio. Hier sehe ich nicht eine kurzfristige neue Welle – sondern einen nachhaltigen Trend. Für die Saison 2020/21 kündigen sich mit Eintracht Frankfurt, Herta BSC und Werder Bremen schon die nächsten Vereine an, die eine Umstellung in der Pipeline haben.

Borussia Mönchengladbach wird, nach dem Abgang der Postbank, ab der Saison 2020/21 einen neuen Bankpartner-Sponsor bekommen. Der wird sehr wahrscheinlich eine prominente Platzierung seiner Payment-Produkte im Stadion erwarten. Der SC Freiburg stellt im Sommer 2020 seine neue Spielstätte fertig und verlässt das Schwarzwald-Stadion. Auch hier dürfte Kartenzahlung zum Standardrepertoire gehören.

Ich lehne mich einmal aus dem Fenster und prognostiziere, dass in zwei bis drei Jahren die Kartenzahlung in den Bundesliga- Stadien zum Standard gehören wird. Gut möglich, dass bis dahin Kartenzahlung auch eine Standardvorgabe des DFB bzw. der UEFA sein wird. Bemerkenswert finde ich jedenfalls die Ankündigung des FC Schalke 04, den Fans ab der Rückrunde auch Mobile Payment zu ermöglichen. Das ist die weitestgehende Konzeptänderung seit der Eröffnung der heutigen Veltins-Arena im Jahr 2001. Damals war der Verein jedenfalls der Trendsetter in diesem Bereich.

(Erstveröffentlichung am 21.08.2019 auf www.stadionwelt-business.de in der Rubrik Kassen-/Bezahlsysteme )

Rudolf Linsenbarth … beschäftigt sich mit Mobile Payment, NFC, Kundenbindung und digitaler Identität. Er ist seit über 15 Jahren in den Bereichen Banken, Consulting, IT und Handel tätig. Linsenbarth ist profilierter Blogger der Finanzszene und kommentiert bei Twitter unter @holimuk die aktuellen Entwicklungen.

 
© Rudolf Linsenbarth