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| Sparkassen-Rangliste 2016

Sparkasse Pforzheim Calw jetzt in Top Ten

Die aktuelle Sparkassen-Rangliste, die die Betriebswirtschaftlichen Blätter veröffentlichen, basiert auf der Stichtagsbilanzsumme (Stand: 31. Dezember 2016). Darüber hinaus werden Fusionen, Kundeneinlagen und -kredite sowie die Zahl von Beschäftigten und Sparkassenstellen aufgelistet.

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Erstmals aufgerückt in die Top Ten der Sparkassen-Rangliste ist 2016 die Sparkasse Pforzheim Calw (siehe nebenstehenden PDF-Download). Das baden-württembergische Institut konnte seine Bilanzsumme (gemäß Bilanzstatistik) von etwas mehr als 11,1 auf rund 11,3 Milliarden Euro (+ 2,7 Prozent) steigern. Das Kundenkreditvolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent. Einer der Erfolgsfaktoren war nach Angaben von Sparkassenchef Stephan Scholl die überdurchschnittliche wirtschaftliche Entwicklung in der Region, die sein Haus erfolgreich unterstützt hat. Aus den Top Ten herausgefallen ist die Nassauische Sparkasse (jetzt 11), deren Bilanzsumme leicht von knapp 11,4 auf 11,3 Milliarden Euro gesunken ist. Die ersten sechs Positionen – gemessen an der Bilanzsumme – blieben in der Rangliste (s. Abb. 1) dagegen unverändert. Die Plätze 7 und 8 getauscht haben dahinter die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam und die Ostsächsische Sparkasse Dresden. Von Platz 10 auf 9 vorgerückt ist die Sparkasse Bremen.

Unangefochten den Spitzenplatz behauptet hat 2016 die Hamburger Sparkasse (Haspa). Das Institut hat gegenüber 2015 seine Bilanzsumme erneut von 43,1 auf rund 43,9 Milliarden Euro steigern können. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand: Sparkasse KölnBonn (27,1), Kreisssparkasse Köln (25,1), Frankfurter Sparkasse (18,2), Stadtsparkasse München (17,6) sowie die Sparkasse Hannover (14,2).

Am Ende der Sparkassen-Rangliste gab es ebenfalls keine Veränderungen, das kleinste Institut bleibt weiterhin die niedersächsische Stadtsparkasse Bad Sachsa (0,1), davor rangieren drei Institute aus dem Bereich des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen, die Stadtsparkasse Felsberg (0,2), die Stadtsparkasse Borken (0,2) und die Sparkasse Battenberg (0,2).

Zahl der Institute/Fusionen
Insgesamt hat sich die Zahl der Institute im vergangenen Jahr zum Stichtag (31. Dezember 2016) durch neun Fusionen von 413 auf 403 reduziert. Anfang 2017 gab es jedoch bereits weitere Zusammen­schlüsse, sodass die Gesamtzahl bundesdeutscher Sparkassen im ersten Quartal erstmals unter 400 gefallen ist. DSGV-Präsident Georg Fahrenschon rechnet für das laufende Jahr mit weiteren Fusionen, für die er unter anderem die steigenden regulatorischen Belastungen verantwortlich macht.

Den Fusionsreigen eröffnet haben zum Jahresbeginn 2016 die baden-württembergischen Sparkassen Singen-Radolfzell und Stockach. Die neue Sparkasse Hegau-Bodensee weist für das vergangene Jahr eine Bilanzsumme von 3,2 Milliarden Euro (Platz 112 im Ranking) aus. Ebenfalls zum 01. Januar wurde aus der Verbands-Sparkasse Wesel und der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe die Niederrheinische Sparkasse RheinLippe (Nispa). Als Bilanzsumme weist sie für 2016 knapp drei Milliarden Euro aus (Platz 124).

Zum 01. Januar haben sich auch die Sparkassen in Lünen und in Werne zur Sparkasse an der Lippe zusammengeschlossen. Die in Westfalen gelegenen Häuser kommen gemeinsam auf eine Bilanzsumme von 1,9 Milliarden Euro (Platz 197). Fusioniert haben zum 01. Januar 2016 die ebenfalls westfälischen Institute Stadtsparkasse Hameln und Sparkasse Weserberg­land zur Sparkasse Hameln-Weserbergland. Die Bilanzsumme liegt jetzt bei 2,2 Milliarden Euro (Platz 167).

Zum 01. Juli 2016 hat Schleswig-Holstein eine Sparkassen­fusion gemeldet. Die Sparkasse Hohenwestedt fusionierte mit der Förde Spar­kasse, die sich schon vor zwei Jahren an deren Stammkapital beteiligt hatte – seinerzeit ein Novum für öffentlich-rechtliche Sparkassen. Entstanden ist mit einer Bilanzsumme von über sieben Milliarden Euro ein großes Haus, das in der Rangliste immerhin auf Platz 31 liegt und weiterhin den Namen Förde Sparkasse führt.

Zum 29. August wirksam wurde die Fusion der bisher selbstständigen niederrheini­schen Sparkassen Kleve, Emmerich-Rees und Straelen. Name des neuen Instituts, der die Verbundenheit mit der Region dokumentiert: Sparkasse Rhein-Maas. Aktuelle Bilanzsumme: rund 2,2 Milliarden Euro (Platz 166). Zum 31. August 2016 haben die Sparkassen Hagen und die Sparkasse Herdecke zur Sparkasse HagenHerdecke fusioniert. Die für 2016 ausgewiesene Bilanzsumme beträgt rund 3,0 Milliarden Euro (Platz 122). Gleich drei Institute (Sparkassen Ansbach, Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber) haben sich zum 01. September 2016 zur neuen Sparkasse Ansbach vereinigt. Als Bilanzsumme stehen für 2016 rund 4,2 Milliarden Euro zu Buche (Platz 75).

Durchschnittsbilanzsumme legt um 2,4 Prozent zu

 
© BBL

Die Bilanzsumme aller deutschen Sparkassen betrug damit Ende 2016 etwas mehr als 1.173 (2015: 1.145) Milliarden Euro. Bundesweit erreichte das Bilanzsummen-wachstum damit ein Plus von rund 2,4 Prozent (2015: 1,6). Pro Institut betrug die Bilanzsumme 2016 damit im Mittel 2.910 (2015: 2.773) Millionen Euro. 129 Sparkassen (2015: 128) und damit etwas über 32 Prozent aller Institute lagen bundesweit über dieser durchschnittlichen Betriebsgröße. 49 Sparkassen, davon drei ost­deutsche, übersprangen die Fünf-Milliarden-Euro-Marke. 100 Institute hatten eine Bilanzsumme zwischen 2,5 und fünf Milliarden Euro. 221 Institute wiesen eine Bilanzsumme zwischen 500 Millionen und 2,5 Milliarden Euro aus. Bundesweit hatten 27 Institute eine Bilanzsumme von 250 bis unter 500 Millionen Euro und sechs Institute von unter 250 Millionen Euro.

Kundeneinlagen/-kredite
Die Kundeneinlagen sind in 2015 ebenfalls weiter gewachsen und liegen jetzt bei rund 890 Milliarden Euro (2015: 862). Damit nähern sich die Sparkassen langsam der 900-Milliarden-Grenze. Das entspricht einem Plus von 3,3 Prozent und übertrifft noch einmal das Wachstum der Vorjahre. Die durchschnittliche Einlage pro Institut beträgt somit rund 2,21 Milliarden Euro. Den Einlagen standen Kredite an Kunden in Höhe von 769 Milliarden Euro gegenüber (2015: 745). Der Zuwachs lag hier bei etwa 3,2 Prozent.

Die enorme Bandbreite und Vielfalt innerhalb der Institute der Sparkassen-Finanzgruppe verdeutlicht recht plastisch die Summe der an Kunden vergebenen Kredite. Den über 31 Milliarden Euro des größten Instituts Haspa stehen gerade einmal 68 Millionen beim kleinsten, der Stadtsparkasse Bad Sachsa, gegenüber. Ein ähnliches Bild auch bei den Spareinlagen der Kunden: 8,2 Milliarden Euro (Haspa) zu 42,4 Millionen Euro (Bad Sachsa).

Beschäftigte
Im Jahresdurchschnitt 2016 waren bei den bundesdeutschen Sparkassen 224.671 Mitarbeiter (2015: 233.741) beschäftigt. Die Zahl der Mitarbeiter ist damit von 2015 zu 2016 um über 9.000 gesunken. Betriebswirtschaftlich gesehen verfügte 2016 ein Institut im bundesweiten Durchschnitt über rund 558 Beschäftigte. Die höchste Zahl von Beschäftigten verzeichnete die Hamburger Sparkasse mit 5.307 Mitarbeitern, gefolgt von der Kreissparkasse Köln mit 4.261 und der Sparkasse KölnBonn (4.188).

Filialen
Zum Stichtag 31. Dezember gab es in Deutschland 13.779 (2015: 14.451) Sparkassenstellen (einschließlich SB). Die Zahl der Filialen ist damit bundesweit um weitere 672 gesunken. Das dichteste Fililalnetz unterhält nach wie vor die Haspa mit 197 Filialen, gefolgt von den Kreissparkasse Köln (174), der Sparkasse KölnBonn (146), der Nassauischen Sparkasse (142) sowie der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam und der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (je 138).

Autor
Jürgen Janik ist Redakteur der Betriebswirtschaftlichen Blätter in Mannheim.