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| Geschäfts- und Marktanteilsentwicklung 2018

Starkes Wachstum bei Krediten und Einlagen

Die Geschäftsentwicklung der 384 Sparkassen (Stand: Juni 2019) in Deutschland verlief 2018 gut. Ihre Bilanzsumme hat sich um 43,4 Milliarden Euro (plus 3,6 Prozent) auf 1,243 Billionen Euro erhöht. Im Kundenkreditgeschäft konnten die Sparkassen mit einer Steigerung von 29,4 auf 823 Milliarden Euro ein starkes Plus (plus 3,7 Prozent) verbuchen. Die hohe Zuwachsrate aus dem Vorjahr (plus 3,2 Prozent) ist damit noch übertroffen worden.

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Das Neugeschäft der Sparkassen erhöhte sich gegenüber 2017 um plus 5,2 Prozent. Mit Zusagen in Höhe von 158,4 Milliarden Euro wurde ein neuer Bestwert erzielt. Bei Krediten an Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständige haben die Sparkassen einen Zuwachs von 21,8 Milliarden Euro (plus 5,5 Prozent) auf einen Bestand von 419,7 Milliarden Euro erreicht. Dabei sagten sie im Jahresverlauf 89,2 Milliarden Euro neue Darlehen zu. Der historisch bisher beste Wert aus dem Vorjahr (83,7 Milliarden Euro) wurde noch übertroffen. Bei den Krediten an Privatpersonen lag das Neugeschäft zwar nicht auf Rekordniveau. Mit sehr guten 61,4 Milliarden Euro wurde das Vorjahr aber deutlich übertroffen.

Der Bestand der Kundeneinlagen hat sich seit Jahresbeginn um plus 39,1 Milliarden Euro beziehungsweise plus 4,3 Prozent erhöht – ein deutlich höherer Zuwachs als im Vorjahr (plus 21 Milliarden Euro beziehungsweise plus 2,4 Prozent). Bei weiterhin niedrigem Zinsniveau setzten sich die in den letzten Jahren üblichen Verschiebungen zwischen den Anlagekategorien fort: Mittelzuflüssen bei Sichteinlagen (plus 8,0 Prozent) standen Rückgänge bei Termingeldern (minus 1,9 Prozent) und Eigenemissionen (minus 8,2 Prozent) gegenüber. Spareinlagen haben ebenfalls etwas verloren ( minus 0,9 Prozent).

Im Kundenwertpapiergeschäft lag der Umsatz mit 105,8 Milliarden Euro deutlich unter dem Vorjahr (minus 11,8 Prozent). Umsatzrückgänge sind in allen Kategorien zu verzeichnen (Aktien: minus 10,2 Prozent, Investment­fonds: minus 5,7 Prozent, festverzinsliche Wertpapiere: minus 20,4 Prozent). Der Nettoabsatz war mit 13,8 Milliarden Euro kräftig positiv und erreichte den besten Wert seit 2002.

Die Geldvermögensbildung der Gesamtkundschaft bei Sparkassen (Einlagenzuwachs plus Wertpapiernettoabsatz plus zurechenbares Bauspar- und Lebensversicherungsgeschäft) liegt mit 56,2 Milliarden Euro auf Rekordniveau ( plus 56,3 Prozent über Vorjahr). Die private Geldvermö­gensbildung war mit 47,5 Milliarden Euro auch so hoch wie nie und übertrifft den Wert aus dem Vorjahr ebenfalls deutlich.

Bei intensivem und sich weiter verschärfendem Wettbewerb haben die Sparkassen 2018 ihre starke Marktposition insgesamt gut behauptet und behalten im Kredit- und Einlagengeschäft die Marktführung. Im Kreditgeschäft mussten aber leichte Markanteilsverluste hingenommen werden, während im Einlagengeschäft ein leichter Zuwachs erreicht wurde.

Kreditgeschäft mit Unternehmen und Privatpersonen wächst deutlich

Das Kreditgeschäft der Sparkassen hat sich im Jahr 2018 sehr gut entwickelt. Das Neugeschäft lag mit 158,4 Milliarden Euro um plus 7,8 Milliarden Euro ( plus 5,2 Prozent) über dem Vorjahr. Auch der bisherige Bestwert aus dem Jahr 2015 wurde um drei Milliarden Euro übertroffen.

Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständigen haben die Sparkassen 2018 Kredite in Höhe von 89,2 Milliarden Euro zugesagt. Damit wurde in diesem Segment ein neuer Rekordwert erzielt und der bisherige Bestwert aus dem Vorjahr (83,7 Milliarden Euro) um 5,5 Milliarden Euro ( plus 6,6 Prozent) übertroffen. Die Zusagen lagen in allen Quartalen über den Vergleichswerten von 2017. Mit 91,9 Prozent entfällt der Großteil der Darlehenszusagen 2018 auf den mittel- und langfristigen Bereich. Schwerpunkt bleiben also die Kredite mit längerfristigem, investivem Charakter.

Das hervorragende Neugeschäft spiegelt sich auch in der Entwicklung der Bestände wider. Der an Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständige 2018 vergebene Kreditbestand erhöhte sich um plus 21,8 Milliarden Euro (plus 5,5 Prozent) – mehr als im bereits starken Vorjahr (plus 5,2 Prozent). Historisch gesehen wurde damit ein neuer Rekordzuwachs erreicht. Der Kreditbestand lag Ende Dezember 2018 bei 419,7 Milliarden Euro. Das Tilgungsvolumen belief sich auf 57,8 Milliarden Euro und lag damit im Vergleich zum Vorjahr (56,6 Milliarden Euro) etwas höher (s. Abb. 1).

 
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Diese gute Entwicklung spiegelt sich im Vergleich mit den Wettbewerbern nur bedingt wider. Bei einem im Jahresverlauf im Gesamtmarkt noch stärker steigenden Marktvolumen1 büßten die Sparkassen 2018 mit leicht unterdurchschnittlichen Bestandszuwachs geringfügig an Marktanteilen ein (minus 0,2 Prozent-Punkte), bleiben aber mit 31 Prozent eindeutiger Marktführer. Die Genossenschaftsbanken (plus 0,2 Prozent‑Punkte auf 20,7 Prozent) und die Großbanken (plus 0,2 Prozent-Punkte auf 11,5 Prozent) haben dagegen Marktanteile hinzugewonnen. Die Gruppe der „Regionalbanken/sonstige Kreditbanken/Zweigstellen ausländischer Banken“ (Marktanteil 15,9 Prozent) konnte ihre Marktanteile halten, ebenso die Landesbanken (10,1 Prozent), bei denen der unter strategischen Gesichtspunkten erfolgende Abbau von Aktiva abgeschlossen ist (s. Abb. 2).

Bei den Krediten an Privatpersonen sagten Sparkassen im Jahr 2018 insgesamt Kredite in Höhe von 61,4 Milliarden Euro neu zu, plus 2,8 Milliarden Euro bzw. plus 4,7 Prozent mehr als 2017. Auch der Bestand hat sich kräftig erhöht, um plus 9,6 Milliarden Euro beziehungsweise plus 2,8 Prozent auf 348,5 Milliarden Euro (s. Abb. 3).

Aufgrund des etwas unter dem Gesamtmarkt liegenden Bestandszuwachses verbuchten die Sparkassen 2018 Marktanteilsverluste (plus 0,4 Prozent-Punkte), trotzdem blieben sie in diesem Segment mit 32 Prozent Marktanteil auf der Spitzenposition. Jeweils 0,2 Prozent-Punkte hinzugewonnen haben Großbanken (Marktanteil 18,2 Prozent), Genossenschaftsbanken (26,3 Prozent) und die Gruppe der „Regionalbanken/sonstige Kreditbanken/Zweigstellen ausländischer Banken“ (18 Prozent) (s. Abb. 4).

 
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Der Anstieg des Neugeschäfts ist vom Volumen her nahezu vollständig auf die Entwicklung bei den Privaten Wohnungsbaukrediten zurückzuführen. Das Neugeschäft belief sich hier auf 50,3 Milliarden Euro – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,6 Milliarden Euro (plus 5,4 Prozent). Der Wert aus dem Rekordjahr 2015 (52,2 Milliarden Euro) wurde zwar nicht erreicht. Angesichts der gegenüber 2015 veränderten Ausgangslage im Wohnimmobiliengeschäft (sich verknappendes Angebot, steigende Preise) ist das Neugeschäft aber als sehr gut zu bewerten.

Der Bestand bei den Privaten Wohnungsbaukrediten erhöhte sich im Jahresverlauf um 10,5 Milliarden Euro (plus 3,6 Prozent auf 303,4 Milliarden Euro), das Vorjahreswachstum (plus 3,4 Prozent) wurde leicht übertroffen.

Das Konsumentenkreditgeschäft verlief 2018 differenziert. Im Neugeschäft sagten die Sparkassen 11,1 Milliarden Euro zu, womit der Vorjahreswert um plus 0,2 Milliarden Euro (plus 1,7 Prozent) übertroffen wurde. Der Bestand reduzierte sich allerdings weiter (minus 0,9 Milliarden Euro beziehungsweise minus 2,0 Prozent auf 45,1 Milliarden Euro EUR) – im Vergleich zu den beiden Vorjahren allerdings weniger deutlich (2016: minus 3,0 Prozent; 2017: minus 2,8 Prozent).

Kundeneinlagen steigen kräftig an

 
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Insgesamt verzeichneten die Sparkassen im Einlagengeschäft 2018 einen kräftigen Bestandszuwachs von plus 39,1 Milliarden Euro (plus 4,3 Prozent) – ein gegenüber den Vorjahren deutlich höherer Zuwachs (2017: plus 2,4 Prozent) (s. Abb. 5).

Mittelzuflüsse verzeichneten die Sparkassen dabei aber auf Grund der anhaltenden Niedrigzinsphase wie nun schon seit Jahren ausschließlich bei Sichteinlagen, die im Jahresverlauf um weitere plus 45,2 Milliarden Euro (plus 8,0 Prozent) auf einen Bestand von 610,7 Milliarden Euro angewachsen sind. Sie machen nunmehr 64,3 Prozent (Vorjahr 62,1 Prozent) aller Einlagen aus.

Alle anderen Einlagekategorien hatten Rückgänge zu verzeichnen, wobei der Bestand der Spareinlagen im Wesentlichen stabil blieb (minus 0,9 Prozent auf 287,7 Milliarden Euro). Termineinlagen (minus 1,9 Prozent auf 17 Milliarden Euro) und Eigenemissionen ( minus 8,2 Prozent auf 35 Milliarden Euro) verloren dagegen in abgeschwächtem Umfang weiter.

Bezogen auf die großen Kundensegmente haben Unternehmen ihre Einlagen 2018 leicht aufgebaut (plus 3,9 Milliarden Euro beziehungsweise plus 2,8 Prozent auf 143,3 Milliarden Euro gegenüber einem Abbau von minus 3,7 Prozent im Vorjahr). Privatkunden haben 31,8 Milliarden Euro zusätzlich angelegt (plus 4,5 Prozent auf 743,4 Milliarden Euro) – im Vergleich zu 2017 (plus 3,8 Prozent) ein höherer Zuwachs.

Die Sparkassen zeichnen sich damit wie in den Vorjahren durch eine komfortable Refinanzierungssituation aus. Das gesamte Kundenkredit­geschäft konnte über Kundeneinlagen refinanziert werden.

Das gesamte Marktvolumen im Einlagengeschäft ist in 2018 nicht ganz so stark gewachsen wie das Bestandsvolumen der Sparkassen. Hier konnten die Sparkassen marginal Marktanteile hinzugewinnen (plus 0,1 Prozent-Punkte). Mit 30,6 Prozent Marktanteil haben sie ihre führende Stellung damit geringfügig ausgebaut. Die Genossenschaftsbanken haben stärker zugelegt und plus 0,3 Prozent-Punkte hinzugewonnen, ihr Marktanteil belief sich Ende 2018 auf 21,9 Prozent. Die Großbanken haben leicht verloren (minus 0,2 Prozent-Punkte auf 20,8 Prozent), ebenso die Landesbanken (minus 0,2 Prozent-Punkte auf 4,8 Prozent) (s. Abb. 6).

Nettoabsatz im Kundenwertpapiergeschäft klar positiv

Der Gesamtumsatz im Kundenwertpapiergeschäft der Sparkassen belief sich 2018 auf 105,8 Milliarden Euro, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (minus 11,8 Prozent). Umsatzrückgänge gab es dabei in allen Kategorien (Investmentfonds: minus 5,7 Prozent, Aktien: minus 10,2 Prozent, festverzinsliche Wertpapiere: minus 20,4 Prozent). Sowohl Käufe als auch Verkäufe haben dabei verloren.

Der Nettoabsatz (Ankäufe minus Verkäufe) ist 2018 mit plus 13,8 Milliarden Euro aber klar positiv – der beste Wert seit vielen Jahren. Grund ist vor allem ein erneut hoher positiver Nettoabsatz bei Investmentfonds (plus 7,7 Milliarden Euro). Aber im Gegensatz zum Vorjahr überwogen auch bei Aktien (plus 2,3 Milliarden Euro) und festverzinslichen Wertpapieren (plus 3,7 Milliarden Euro) die Käufe der Kunden deutlich. Unter den Fonds weisen Aktienfonds (plus 3,0 Milliarden Euro), offene Immobilienfonds (plus 2,5 Milliarden Euro), gemischte Fonds (plus 1,5 Milliarden Euro) und sonstige Fonds (+1,1 Milliarden Euro) die höchsten positiven Salden auf.

Kunden haben 2018 offenbar – geprägt durch Unsicherheiten an den Märkten – eine Haltestrategie verfolgt. Die Wertpapierkäufe reduzierten sich um 8,6 Prozent, die Verkäufe dagegen um 15,6 Prozent. Ein weiteres Indiz für diese abwartende Haltung sind auch die hohen Sichteinlagenzuflüsse.

Sparkassenkunden bilden mehr Geldvermögen als je zuvor

Durch Einlagenzuwachs und hohen positiven Nettoabsatz von Wertpapieren haben Sparkassenkunden (alle Kundengruppen) unter Einbezug des den Sparkassen zurechenbaren Bauspar- und Lebensversicherungsgeschäfts 56,2 Milliarden Euro direkt und indirekt bei ihrer Sparkasse neu angelegt. Gegenüber dem Vorjahr sind dies 56,3 Prozent mehr. Auch dies ist ein neuer Rekordwert. Der Großteil davon (47,5 Milliarden Euro) wurde durch Privatpersonen angespart, bei denen der Geldvermögenszuwachs um 26,4 Prozent über dem Vorjahr lag.

Autoren
Immo Janßen ist Referent beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Berlin.
Yvonne Schulze ist Sachbearbeiterin beim DSGV in Berlin.

  • 1 Hier Kredite an die Realwirtschaft = Unternehmenskredite einschl. Wohnungsbaukredite ohne Kredite an Versicherungsunternehmen und Finanzierungsinstitutionen (= Wertpapierhändler auf eigene Rechnung, Tätigkeiten von Kreditkartengesellschaften, Bürgschaftsbanken, Wertpapiersammelbanken, Wertpapierhandelsunternehmen, Verbriefungsgesellschaften).