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| Pfandbriefe

Wichtiges Instrument zur Refinanzierung

Sparkassen haben verschiedene Möglichkeiten sich zu refinanzieren. Neben traditionellen Kundeneinlagen geschieht dies durch die Emission ungedeckter und gedeckter Schuldverschreibungen. Der Sparkassenpfandbrief ist dabei in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden, wie eine aktuelle Analyse der Stuttgarter LBBW zeigt.

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Mittlerweile haben 44 Sparkassen eine Pfandbrieflizenz (Stand: 03/19). 15 davon dürfen sowohl Hypothekenpfandbriefe als auch Öffent­liche Pfandbriefe emittieren, 28 Institute haben nur eine Hypotheken­pfand­brieflizenz und ein Institut besitzt lediglich eine Lizenz für Öffent­liche Pfandbriefe. Das geht aus einer detailreichen Analyse des Pfand­briefgeschäfts der Sparkassen von Karsten Rühlmann (LBBW, Stuttgart) hervor.

Seit April 2012 beschäftigt er sich bei LBBW Research mit der Analyse von Covered Bonds und Pfandbriefen. Neben der individuellen Bewer­tung von Covered Bond-Programmen steht auch die Analyse des Markts sowie von regulatorischen Neue­rungen im Fokus seines Aufgabenfelds. Darüber hinaus ist er als Senior Investment Analyst für die Einzeltitel­einschätzung von Hypotheken­banken und Spezialkredit­instituten aus Deutschland zuständig.

Herausgefunden hat er jetzt unter anderem, dass in den vergangenen fünf Jahren das Pfandbriefvolumen der Sparkassen um fast 70 Prozent angestiegen ist. Getragen worden ist diese Entwicklung vor allem von Hypothekenpfandbriefen, die um 86 Prozent von 12,6 auf 23,4 Milliarden Euro zugelegt haben.

Im Gegensatz dazu hat die öffentliche Finanzierung zunehmend an Bedeutung verloren – erkennbar am Rückgang ausstehender Öffentli­cher Pfandbriefe von 2,4 auf 1,9 Milliarden Euro (minus 21 Prozent). Hypothekenpfandbriefe konnten im Jahresverlauf 2018 ihren Aufwärts­trend jedoch fortsetzen (plus 4,5 Prozent) und damit im Fünf­jah­res­vergleich auf den höchsten Stand klettern. Öffentliche Pfandbriefe haben dagegen um 14,3 Prozent abgenommen. Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen sowie die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling haben 2018 im Pfandbriefgeschäft debütiert.

Rühlmann hat in seiner Analyse auch die Verteilung auf die Regionalver­bände ermittelt. Der Großteil der zur Emis­sion berechtigten Sparkas­sen­institute kommt danach aus dem Rheini­schen Sparkassen- und Girover­band (elf Prozent), dem Spar­kassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein (sieben Prozent) sowie dem Spar­kas­senverband Baden-Würt­temberg (sechs Prozent). Aus dem ostdeutschen Sparkas­senverband und den Sparkassenverbänden Berlin, Rheinland-Pfalz und Saar kommen dagegen keine Institute mit einer Pfandbrief­lizenz an.

Im zweiten Teil seiner Analyse legt Rühlmann eine Deckungsstockauswer­tung (gemäß § 28 – Transparenzvorschriften – des Pfandbriefgesetzes) zu Hypotheken- (ab S. 10) und Öffentlichen Pfandbriefen (ab S. 27) der Sparkassen vor. An dieser Stelle werden zu jedem der beiden Bereiche verschiedenste Umlaufübersichten oder Laufzeitstrukturen präsentiert. Wichtige Themen sind auch die Deckungsmassen und die Zinsstruktur. Quelle für die Analyse sind Daten von vdp, der DSGV-Pfand­brief-Webseite, der Bafin-Unternehmensdatenbank (Lizenzen) sowie von LBBW Research. Die gesamte Analyse gibt es hier.

Fazit

Karsten Rühlmann legt mit seiner Deckungsstockauswertung ein umfangreiches Zahlen- und Chartwerk über die Pfandbriefaktivitäten der Sparkassen vor. Das Daten stammen dabei aus verschiedenen, speziell für diese Analyse aufbereiteten Quellen und zeigen in der Gesamtschau interessante Trends und Entwicklungslinien auf. (jj)

Weitere Infos zum Thema Pfandbriefe gibt es beim Zentralen Pfandbriefbüro des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) in Berlin (E-Mail: pfandbriefbuero@dsgv.de, Tel.: 030 - 202 25 54 23).