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Coronakrise / Kontaktloses Bezahlen
Drei von vier Deutschen wollen häufiger kontaktlos bezahlen
Seit der Coronakrise bezahlen die Deutschen an der Kasse immer häufiger mit Karte oder Smartphone und immer seltener mit Scheinen und Münzen. Das hat eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben.

Drei Viertel der 1003 Befragten (75 Prozent) versuchen aktuell, Zahlungen mit Bargeld so oft es geht zu vermeiden. Zugleich wünschen sich sieben von zehn Befragten (71 Prozent) mehr Möglichkeiten, um kontaktlos bezahlen zu können.

„Es gibt kaum ein Verhaltensmuster, das durch Corona ähnlich stark verändert wurde wie das Bezahlen an der Kasse“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder Smartphone ist nicht nur hygienisch, es geht auch schnell und ist sicher. Alle Händler, Restaurants und Cafés sollten ihren Kunden das kontaktlose Bezahlen ermöglichen.“

Die Bitkom-Studie bestätigt den aktuellen Trend, den kürzlich schon die Bundesbank in einer Umfrage unter rund 2000 Verbrauchern festgestellt hatte: Demzufolge hätten in den vergangenen Wochen 43 Prozent der Menschen ihr Zahlungsverhalten verändert. Anfang April seien es nur 25 Prozent gewesen. Von denen, die etwas änderten, würden jetzt 68 Prozent häufiger kontaktlos mit Karte bezahlen.

Diese Einschätzung untermauern auch die aktuellen Girocard-Zahlen der Sparkassen-Finanzgruppe für April: Der Kontaktlos-Anteil an den Girocard-Transaktionen der Sparkassen-Kunden betrug im vergangenen Monat 56,9 Prozent (März: 52,2 Prozent) und geht damit rasant in Richtung der 60-Prozent-Marke.

Kontaktoses Bezahlen keine Frage des Alters
Der breite Wunsch nach mehr kontaktlosem Bezahlen geht dabei laut Bitkom-Studie quer durch die Generationen. So unterstützten 76 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, 72 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 75 Prozent der 50- bis 64-Jährigen ein entsprechendes flächendeckendes Angebot. Auch unter den Senioren ab 65 Jahren wünsche sich eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent mehr kontaktlose Bezahlmöglichkeiten.

Auch die coronabedingte Zurückhaltung gegenüber dem Bargeld ziehe sich quer durch alle Altersgruppen. 84 Prozent der 16- bis 29-Jährigen versuchten aktuell, Bargeld-Zahlungen zu vermeiden. Unter den 30- bis 49-Jährigen betrage der Anteil 76 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 75 Prozent. Und selbst unter den Älteren ab 65 Jahren sei die Zurückhaltung gegenüber Bargeld derzeit mit 68 Prozent weit verbreitet.

Nach Einschätzung deutscher Experten ist die Wahrscheinlichkeit allerdings sehr gering, sich an Geldscheinen oder Münzen mit dem Coronavirus zu infizieren. Nach Angaben der Bundesbank gibt es regelmäßig Untersuchungen dazu, ob die Verbreitung von Scheinen und Münzen sich auf die öffentliche Gesundheit auswirken könnte. Für die Bürger werden im Umgang mit Bargeld die gleichen Maßnahmen bezüglich der Handhygiene empfohlen wie bei allen anderen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs auch, wie zum Beispiel Türklinken, Einkaufswagen oder Zahlungsterminals, heißt es von der Bank.

 

Stephan Arounopoulos, S-Payment
– 22. Mai 2020