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Bezahlen 2040: Digitale Junge gegen analoge Senioren?
Die junge Generation bezahlt überall ganz lässig mit dem Smartphone, Senioren kramen an der Kasse umständlich nach Bargeld. Stimmt dieses Klischee? Eine neue Studie zeichnet ein differenzierteres Bild.

Die Kluft zwischen den Generationen ist bei digitalen Finanzgeschäften in Wirklichkeit geringer als gedacht: Die Älteren sind digitaler als erwartet und die Jüngeren analoger unterwegs als häufig angenommen wird. Das ergab eine Studie der Initiative Deutsche Zahlungssysteme (IDZ), die infas quo mit 1000 Befragten ab 16 Jahren durchgeführt hat. Was bedeutet dies für das Bezahlen im Alltag?

Vertrauen in bewährte Zahlverfahren
Das Bezahlen der Zukunft solle in erster Linie bequem sein und vertraut werde auf Bewährtes: Selbst im Jahr 2040 sehen die Deutschen laut der Studie daher Bargeld (37 Prozent) und die Girocard (21 Prozent) als die beiden führenden Zahlungsmittel an, mit denen sie auch künftig am liebsten vor Ort bezahlen möchten. Rechne man das Bezahlen mit der Kreditkarte (elf Prozent) zu den Girocard-Befürwortern hinzu, würden die klassische Kartenzahlung und das Bargeld nahezu gleichauf liegen. „Überraschenderweise“ – so die Studienmacher – könnten sich mehr Personen vorstellen, dass sie in 20 Jahren an der Kasse am liebsten rein mit biometrischen Merkmalen (15 Prozent) bezahlen, als mit dem eigenen Smartphone (zwölf Prozent).

„Vertrauen ist für alle Generationen die wichtigste Währung – online und offline“, heißt es in der Studie. Das treffe insbesondere bei finanziellen Angelegenheiten zu: Hier würden die Befragten (im Durchschnitt aller Altersgruppen) ihr Vertrauen vor allem in das persönliche Umfeld legen (71 Prozent) sowie in bekannte Institutionen, wie etwa die Hausbank (59 Prozent) oder ihren persönlichen Bankberater (51 Prozent). Digitalen Angeboten, wie zum Beispiel Finanz-Blogs im Internet (13 Prozent) oder Finanz-Podcasts (13 Prozent), werde hingegen bei der eigenen Finanzplanung weniger vertraut.

Die jüngere Generation zeige sich Informationen aus dem Internet im Vergleich offener gegenüber (Finanz-Podcasts befürworten in der Generation Z 23 Prozent, bei den Senioren nur zwei Prozent), sei aber auch analogen Angeboten zugeneigt. Am beliebtesten ist laut Studie insbesondere bei den Jüngeren eine Kombination aus On- und Offline. Das bestätigt auch Natascha Wegelin, die den Finanzblog „Madame Moneypenny“ betreibt: „Erfolgreich sind Konzepte, die persönliche Beratung mit digitalen Angeboten verbinden. Geld und Finanzen sind Vertrauensthemen, insbesondere auch für Frauen.“

Wünsche an die Zukunft
Neben dem Aspekt „Bezahlen“ haben die Studienmacher die Teilnehmer auch nach ihren generellen Wünschen für die Zukunft gefragt. Über die Generationen hinweg dominieren auch für die Vision einer digitalen Zukunft im Jahr 2040 traditionelle Werte und Vorstellungen: Der medizinische Fortschritt (88 Prozent), eine intakte Umwelt (86 Prozent), Geborgenheit bei Familie (83 Prozent) und Freunden (77 Prozent) sowie Freizeit, um den eigenen Interessen nachzugehen (77 Prozent) werden als wichtigste Wünsche für die Zukunft genannt.

 

Stephan Arounopoulos, S-Payment
– 25. März 2020