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22. Juni 2018 - 08:30Digital-Symposium S-Hochschule

Daten effizienter nutzen

von Jürgen Janik

Die "Digitale Bank" mit all ihren Facetten stand Mitte Juni im Fokus eines Symposiums der Sparkassen-Hochschule. Dazu hat sie digitale Vor- und Querdenker aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie digitale "Macher" aus Sparkassen, Verbundunternehmen und Dienstleistern nach Bonn geholt. Strategien, die Fülle vorhandener Daten künftig besser zu nutzen, zogen sich dabei durch nahezu sämtliche Vorträge und Foren.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Die künftigen digitalen Anforderungen an Banken und Sparkassen standen im Mittelpunkt eines Symposiums der Sparkassen-Hochschule in Bonn. (S-Hochschule)
Prof. Dr. Dirk Neuhaus hat es schon in seiner Begrüßung auf den Punkt gebracht: Data Analytics ist wohl eines der beherrschenden Themen unserer Tage in und außerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Sebastian Garbe, zuständig für den Bereich Digitalisierung im Deutschen Sparkas­sen- und Giroverband (DSGV), hat in seinem Eröffnungsvortrag erneut auf die enorme Datenfülle von rund 50 Millionen Kunden hinge­wiesen, über die die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe verfügt. "Wir haben mehr digitale Power in der Gruppe, als wir denken. Wir sind die Größten", ist er sich sicher. Doch bleibt die Streuung der digitalen Aktivitäten der Sparkassen groß. Aus seiner Sicht gibt es zwar ein großes Potenzial, aber die Masse der Sparkasse setzt dies noch nicht in erfolgreiches Geschäft um.
Mitunter scheitert es schon daran, dass klassische Verfahren wie die Anmeldung für ein Girokonto zu lang und zu schwerfällig sind. Was bei reinen Digitalbanken wie N26 oder Revolut wenige Minuten dauert, klappt bei klassischen Banken vielerorts 15 Formulare und zwölf Unterschriften später. So wächst das Risiko, dass die schnellen Wettbewerber im Zusammenspiel mit hochinnovativen Fintechs immer mehr Marktanteile erobern.
(BBL)
Die Sparkassen-Finanzgruppe hat dies schon seit geraumer Zeit erkannt und eine Digitale Agenda auf den Weg gebracht, die im Kern aus sechs Aktivi­tä­ten besteht, etwa dem S-Hub (s. dazu den BBL-Beitrag: Radikal digital über den 1. Innovationstag des S-Hub Anfang Juni). Dazu gehören aber auch Bereiche wie digitale Mindeststandards, das digitale Ökosystem der Sparkassen-Finanzgruppe (Projekt Finanzplattform), der Digitalisie­rungskom­pass oder auch die Evidenzstelle. Wie erfolgreich Letztere bereits arbeitet und einen ersten Digitalisierungsschub ausgelöst hat, zeigt Abbil­dung 1.
(BBL)
Digitale Produkte wie Yomo sind im vierten Quartal 2018 endlich massen­­­mark­t­fähig, und auf den deutlich Fahrt aufnehmenden Kwitt-Zug sind jetzt sogar die Volks- und Raiffeisen­banken aufgesprungen. Das Produkt kommt dadurch aktuell auf knapp 900 000 Nutzer. In einem Projekt mit der spanischen "La Caixa" wird zudem die internationale Kooperation getestet. Die Finanz Informatik hat mit Google Actions ein Voice-Banking-Pilotprojekt aufgesetzt, dass jetzt in die Flä­che gehen soll. Die Sparkassen-App erhält laut Garbe ebenfalls viele neue Features (s. Abb. 2). Sein klares Fazit in Bonn: Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, die Zukunft zu gestalten.

Ballast über Bord werfen und neu beginnen

Wie schwer es allerdings die Bankbranche künftig haben dürfte, hat Prof. Dr. Karl Peter Fischer von der HAM Hochschule für angewandtes Management (Institut für Online­kommunikation) in Ismaning/München in seinem Vortrag "Fluch der Digitalisierung" gezeigt. Danach haben verschiedenste Megatrends so man­ches Busi­ness in der Vergangenheit komplett zerstört. Eines ist für ihn aber auch klar: Eine schon schlechte analoge Strategie bleibt auch nach digitaler Umsetzung schlecht. Und während es vor Kurzem noch "mobile first" hieß, ist die Strategie heute "always on oder mobile only".
Bezogen auf das Bankbusiness lautet eine seiner provokanten Thesen: Das Kunden-Service-Center darf kein Ort für Strafversetzung mehr sein. Dessen charakteristische Merkmale sind aus Fischers Sicht: datengetrieben, schnell, 24 Stunden geöffnet, mobil und einfach, über unterschiedlichste digitale Ersatzgespräche. Banken müssen ihr Geschäftsmodell neu erfinden. "Wer aber jetzt nicht exponenziell denkt, wird nicht über­leben", so der Marketingexperte. Das große Pro­blem dabei: Man verlässt sich oft auf das Gelernte der Vergangen­heit, um künftige Probleme zu lösen. Banken brauchen deshalb eigene Antworten auf die zunehmenden Wettbewerber, die ihr veraltetes Business-Modell zerstören wollen.
Genervt ist der Wissenschaftler vom "ewig gleichen Lied" und Negativ­argu­menten gegen Veränderung, die er in Diskussionen immer wieder erlebt:
  • Meine Branche trifft es nicht.
  • Wir haben das schon immer anders gemacht.
  • Unsere Kunden sind noch nicht online.
  • Unsere Kunden wollen das nicht.
  • Megatrends betreffen uns nicht.
  • Unser Business braucht keine Digitalisierung.
  • B2B hat andere Regeln.
Diesen Bedenkenträgern hält der Wissenschaftler gern entgegen, dass es 50 Prozent der Jobs in den nächsten 25 Jahren nicht mehr geben wird – und diese Aussage ist vor dem Hintergrund, dass die digitale Revolution erst am Anfang steht, wirklich dramatisch.
Bankmanager warnt er davor, sich zu sehr auf die eigene Bedeutung zu verlassen. Fischer wörtlich: Bankleistung ist für Privatkunden zu 80 Prozent eine Infrastrukturleistung wie Wasser, Gas und Strom und darf nicht erklärungsbedürftig sein. Das künftige (Bank-)Business ist für ihn rein datenge­trieben. Die vier reichsten US-amerikanischen Unternehmen sind so aufgestellt. "Und als Antwort haben wir Deutschen und die Euro­päer die Datenschutzgrundverordnung." Er geht sogar noch weiter: "Wir klammern uns an den Datenschutz und nutzen ihn als Ausrede für Inno­vation."
(BBL)
Für den Münchner Hochschullehrer sind es vor allem neue Technolo­gien in der Kommunikation, die auch die Bankbranche voranbringen dürften. Er denkt dabei unter anderem an mobile, dynamische, erwar­tungskonforme Websites, Landingpages und Apps zur Leadgenerierung und digitale Ersatzgespräche. Die Zukunft sind für ihn auch intelligente (spre­chende) Assistenten. Damit ein Unternehmen seine "Digital Readiness" erkennen kann, braucht es vor allem ein in der Praxis funktionie­rendes Manage­mentsystem (s. Abb. 3). Fischer und sein Team haben dazu 70 im Markt vorhandene Mo­delle bewertet und analysiert und auf dieser Basis einen Digi­tal-Readi­ness-Check entwickelt: "Das Modell dient als Struktur­rah­men, um die relevanten Gestaltungsfelder der Digitalisierung im Unter­nehmen zu erfassen." (Weitere Details finden Sie hier).
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  1. Daten effizienter nutzen
  2. Kunden beraten mit Numi
  3. Mit dem NFC-Implantat in der Hand bezahlen
  4. Preis- und Produktmanagement digitalisieren
  5. Blick über den nationalen Tellerrand
  6. Fazit
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