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12. September 2018 - 16:32US-Börsen

Die Kurve beginnt zu kippen

von Thomas Trares

Die Zinskurve soll die wirtschaftliche Entwicklung andeuten, doch in einer Zeit, in der die Notenbank derart stark in den Zinsmarkt eingreifen, scheinen alte Gewissheiten keineswegs mehr als sicher.

Die Börsenhändler müssen auch auf die Veränderungen der Zinskurve reagieren, doch in Zeiten einer anhaltenden Krisenpolitik der Notenbanken ist dies schwieriger geworden. (dpa)
Derzeit brummt die Wirtschaft in den USA. Das Wachstum lag zuletzt bei vier Prozent, die Arbeitslosigkeit ist gering, die US-Börsen erklimmen immer neue Rekordhöhen. Insgesamt befindet sich das Land im zweitlängsten Aufschwung seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Denn in letzter Zeit ist in der Wirtschaftspresse immer wieder mal in mahnenden Worten von einer ominösen Zinskurve bzw Zinsstrukturkurve die Rede. „Alarmsignal Zinskurve“ oder „Keine Angst vor inverser Zinskurve“, hieß es etwa.
Doch was genau hat dies zu bedeuten? „Die Zinskurve zeigt das Verhältnis der kurzfristigen zu den langfristigen Zinsen an. Normalerweise liegen die langfristigen über den kurzfristigen Zinsen, da mit einem längeren Anlagehorizont höhere Risiken einhergehen“, sagte BayernLB-Analyst Alexander Aldinger der „SparkassenZeitung“. Auf die Kompensation bei längeren Laufzeiten verzichten Anleger jedoch, sofern sie davon ausgehen, dass die Notenbank die kurzfristigen Zinsen stark erhöht hat und dadurch eine Konjunkturschwäche ausgelöst haben könnte. Die Sorgen einer Rezession überlagern in diesem Fall die Risiken einer langen Laufzeit. Die Zinskurve beginnt zu kippen, sie wird „invers“, wie Ökonomen sagen. Solch eine Zinskurve gilt gemeinhin als der Vorbote einer Rezession.
Und gegenwärtig ist in den USA exakt ein solches Phänomen zu beobachten. Die US-Zinskurve beginnt zu kippen, der Abstand zwischen zehn- und zweijährigen US-Staatsanleiherenditen ist zuletzt auf ein Minimum geschrumpft. Weshalb dies so ist, erklärt BayernLB-Experte Aldinger wie folgt: „Aktuell besteht die Befürchtung, dass die amerikanische Zentralbank Fed die Zinsen weiter anheben wird, da die Steuerreform die US-Wirtschaft am aktuellen Rand kräftig beflügelt. Gleichzeitig sieht man allerdings die Gefahr, dass der Aufschwung in den nächsten beiden Jahren auslaufen könnte. Dies gilt umso mehr, sollte US-Präsident Trump den Handelskrieg mit China und Europa eskalieren lassen.“ In solch einem Fall sind in der Regel langfristige Papiere gefragt, die Zinsen am langen Ende sinken. Entsprechend prognostiziert die BayernLB für 2019 eine Inversion der US-Zinskurve.
Inwieweit die inverse Zinskurve tatsächlich ein verlässlicher Indikator für einen Konjunkturabschwung ist, ist unter Ökonomen aber umstritten. Entsprechend uneinheitlich beurteilten zuletzt auch die US-Geldpolitiker die aktuelle Lage. „Angesichts der zahmen US-Inflationserwartungen ist es unnötig, die Normalisierung der Geldpolitik so weit voranzutreiben, dass die Renditekurve invers wird“, mahnte James Bullard, Präsident der regionalen Notenbank in St. Louis. Der Chef der New Yorker Fed, John Williams, hingegen zeigte sich gelassen. „Wenn wir dazu gezwungen wären, die Zinssätze bis zu dem Punkt zu bewegen, an dem die Zinskurve flach oder invertiert wäre, wäre das für mich nicht besorgniserregend“, bemerkte er.
Der Auffassung Williams´ schließt sich im Wesentlichen auch die BayernLB an. „Aufgrund der Verzerrungen durch die weltweiten Anleihekaufprogramme, mit derer die Notenbanken nach der Krise nicht nur die kurzen Zinsen, sondern auch die langfristigen Zinsen, nach unten gedrückt haben, war die US-Zinskurse strukturell flacher als in der Vergangenheit. Gleichzeitig ist das Lohnwachstum trotz des überaus robusten Arbeitsmarktes bisher nur moderat gestiegen, was ebenfalls die langfristigen Zinsen gedrückt hat. Aufgrund dieser Sonderfaktoren, die die langfristigen Zinsen sehr niedrig gehalten haben, gehen wir davon aus, dass trotz unserer Prognose einer noch flacheren Zinskurve im nächsten Jahr dies nicht automatisch eine Rezession in den USA impliziert“, resümierte Aldinger.
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