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| LBBW-Studie

Geht der Pfandbriefboom weiter?

Die Sparkassen haben ihr Geschäft mit Pfandbriefen in den letzten fünf Jahren kräftig ausgebaut. Doch im Jahresverlauf 2019 sind leichte Rückgänge zu verzeichnen.

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In den letzten fünf Jahren kam es zu einem Anstieg des ausstehenden Pfandbriefvolumens der Sparkassen um knapp 55 Prozent, konstatieren die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in einer aktuellen Kurzstudie. Die Deckungsstöcke legten im gleichen Zeitraum um 64 Prozent zu, schreiben die LBBW-Experten weiter.

 
Die Pfandbriefvolumina der Sparkassen sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen, allerdings nicht im Bereich öffentlicher Finanzierungen. © LBBW

Im Jahresverlauf 2019 kam es aber zu einem leichten Rückgang der Pfandbriefvolumina der Sparkassen. Das Minus von 2,1 Prozent resultiert dabei aus Rückgängen sowohl bei den Hypothekenpfandbriefen (minus zwei Prozent) als auch bei den öffentlichen Pfandbriefen (minus 3,9 Prozent). Die ausstehenden Deckungsstockvolumina erreichten dagegen mit 46,4 Milliarden Euro im dritten Quartal ein neues Allzeithoch. Im Vergleich zum Jahresende 2018 ist dies ein Anstieg um fünf Prozent.

Boom der vergangenen Jahre allein bei Hypothekenpfandbriefen

Der Schwerpunkt des Sparkassengeschäfts im Bereich Pfandbriefe liegt bei den Hypothekenpfandbriefen. Nur bei diesen stieg das Deckungsstockvolumen an und zwar um 6,1 Prozent. Im Bereich der öffentlichen Pfandbriefe gingen die Volumina dabei um 6,8 Prozent zurück.

 
„The Sky is the Limit“, heißt es gern. Für das Pfandbriefgeschäft der Sparkassen ist trotz der Seitwärtsbewegung in 2019 noch viel Luft nach oben. © dpa

Der Pfandbriefboom bei Sparkassen resultierte in den vergangenen Jahren vor allem aus dem Hypothekenbereich. Die ausstehenden Pfandbrifefvolumina stiegen in diesem Segment in den vergangenen fünf Jahren um knapp zwei Drittel oder von 13,9 Milliarden Euro auf 22,9 Milliarden Euro an.

Die dagegenstehenden Deckungsstöcke gingen bedingt durch die hohe Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen um 76 Prozent von 24,4 auf 42,8 Milliarden Euro nach oben. Die öffentliche Finanzierung verlor dagegen zunehmend an Bedeutung, schreiben die LBBW-Experten. Der Rückgang der Volumina bei ausstehenden öffentlichen Pfandbriefen lag bei 16 Prozent. Das Volumen sank von 2,1 auf 1,8 Milliarden Euro.

Debüt für Pfandbriefsparkasse aus Niedersachsen

Ein Debüt war im ersten Quartal des laufenden Jahres eine erste Pfandbriefemission der Sparkasse Lüneburg in Höhe von einer Million Euro. Das Deckungsstockvolumen der Hypothekenpfandbriefe des norddeutschen Instituts liege aktuell bei 109 Millionen Euro, schreibt die LBBW.

Die Sparkasse Paderborn-Detmold hat seit dem zweiten Quartal keinen Pfandbriefumlauf mehr zu verzeichnen. Zum ersten Quartal 2019 habe der Umlauf an öffentlichen Pfandbriefen noch bei 15 Millionen Euro gelegen.

In der Deckungsmasse der öffentlichen Pfandbriefe nehme der Staat im Übrigen nur einen sehr geringen Anteil ein, heißt es in der Kurzstudie der Landesbank. Weitaus häufiger treten regionale und örtliche Gebietskörperschaften sowie sonstige Schuldner auf. Unter diesen seien vorwiegend kommunale Betriebe, wie beispielsweise Krankenhäuser, zu finden.