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Coronakrise
Keine Panik: Kundensorgen auffangen
Weltweit sind die die Aktienkurse gesunken. Sparkassenkunden sind jedoch nicht nur in Aktien und Fonds investiert, sondern auch in Zertifikate. Wie Wertpapierberater Orientierung und Einordnung geben.

„Wir rechnen damit, dass das Thema Zertifikate medial hochkommen wird“, erwartet die Deka. „Es liegt einfach nahe – wenn man darauf aus ist, inmitten der Coronakrise Panik zu schüren, wo keine Panik angebracht ist.“ Für möglicherweise auch emotionale Kundengespräche können sich Berater mit diesen Informationen wappnen:  

  • Richtig ist, dass einige Zertifikate deutlich an Wert verloren haben. Falsch ist, dass dies pauschal für alle gilt.
     
  • Von den rund 2000 in Sparkassen vertriebenen Deka-Zertifikaten hat nur eine kleine Minderheit bis zu 50 Prozent gegenüber dem Emissionspreis verloren – und auch das ist nur eine Momentaufnahme, die das breite Börsengeschehen spiegelt.   

Situation nicht mit „Lehman“ vergleichbar

  • Die Qualität von Zertifikaten lässt sich nicht unmittelbar nach einem Börseneinbruch wie in den letzten Tagen beurteilen. Insbesondere, wenn die Papiere noch eine Restlaufzeit von mehreren Jahren haben.
     
  • Die heutige Situation mit „Lehman“ zu vergleichen, wie inzwischen öfter zu lesen war, ist unseriös – zumindest in Bezug auf Deka-Zertifikate, die in Sparkassen verkauft wurden.
     
  • Anders als beim Fall „Lehman Brothers“ im Jahr 2008 sind die aktuellen Kursverluste rein marktbedingt. Es liegt keine Insolvenz eines Emittenten vor.
     
  • Im Mittelpunkt des Zertifikate-Angebots von Sparkassen stehen primär Anlagelösungen für die mittel- bis langfristige Optimierung von Kundendepots.
     
  • Die Dekabank etwa emittiert keine spekulativ ausgerichteten sogenannten Hebelprodukte, mit denen Anleger bei Kursrückgängen einen Totalverlust erleiden können. Das unterscheidet das Angebot in Sparkassen vom dem vieler anderer Anbieter.

Wertschwankungen immer möglich

  • Grundsätzlich gilt also auch hier: Nicht überhastet handeln. Zertifikate sind Kapitalmarktprodukte und können entsprechend in ihrem Wert schwanken. Aktuell tun sie das, weil der Markt selbst stark in Bewegung ist.
     
  • Natürlich sind Zertifikate – wie andere Wertpapiere und Kapitalmarktprodukte auch – für viele Kunden erklärungsbedürftig. Dies wird aber im Rahmen eines ganzheitlichen Beratungsprozesses in den Sparkassen und durch die Produktunterlagen sichergestellt.

Hier geht es zu weiteren Artikeln der SparkassenZeitung zum Umgang der Sparkassen mit der Coronakrise 

Anke Bunz, DSGV
– 22. März 2020