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| Vermögensbarometer 2019

Niedrigzins macht Sparer zu Anlegern

43 Prozent der Befragten zeigen sich zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Das hat auch mit dem wachsenden Interesse an Wertpapieren zu tun.

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Das Vermögensbarometer 2019 zeigt: Der Anteil der Befragten, die mit ihrer finanziellen Situation zufrieden sind, hat sich während der vergangenen 15 Jahre verdoppelt.

Erheblich gesunken ist dagegen der Anteil der (sehr) Unzufriedenen. Waren es 2005 noch 33 Prozent, sind es in diesem Jahr nur 18 Prozent. Für die Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) wurden erneut mehr als 5800 Personen befragt.

 
© DSGV

Potenzialkunden halten Wertpapiere für die beste Wahl

Der anhaltende Niedrigzins beeinflusst die Anlageentscheidungen stärker als in den Vorjahren. Für 44 Prozent spielt er eine sehr wichtige Rolle bei der Geldanlage, 40 Prozent haben ihr Sparverhalten angepasst. Erstmals nehmen Aktien den ersten Rang ein bei der Frage nach besonders geeigneten Geldanlagen. Auf Platz zwei stehen Investment und Immobilienfonds. Immobilien, bislang auf Rang 1, sind in diesem Jahr auf den dritten Platz abgerutscht.

 
Starker Anstieg bei den Wertpapieren - vor allem Potenzialkunden lassen sich überzeugen. © DSGV

Immobilienerwerb bleibt wichtiges Thema

Auch wenn Immobilien die Hitliste der Geldanlagen nicht mehr anführen, bleiben sie beliebt. Die Hälfte der befragten 20- bis 29-Jährigen plant einen Erwerb, bei den 30- bis 39-Jährigen ist es jeder Dritte, bei den 40- bis 50-Jährigen etwa jeder Fünfte. Die Anteile der Kaufwilligen steigen damit seit 2017 in allen Altersgruppen kontinuierlich.

 
Die Zinssituation schlägt aufs Sparverhalten durch. © DSGV

Steigende Risikobereitschaft

Der Anteil derjenigen, die angeben, bei ihren Geldanlagen auf mehr Risiko zugunsten höherer Verzinsung zu achten, ist auf 21 Prozent gestiegen, eine Zunahme von fünf Prozentpunkten seit 2015, um zehn Prozentpunkte seit 2016. Dazu passt, dass Sicherheit nur noch für 54 Prozent höchster Wert bei der Vermögensbildung ist, nach 60 Prozent im Jahr 2018.

 
52 Prozent - die Mehrheit vertraut den Sparkassen am meisten. © DSGV

DSGV-Präsident Helmut Schleweis sagte bei der Pressekonferenz in Berlin, vor allem in Vorstädten und in Stadtnähe lebten einkommensstarke Kunden mit Interesse an renditestarken Anlageformen. In Innenstädten und auf dem Land lebten dagegen mehr Menschen ohne Geldvermögen.

Schleweis warnte vor einer zunehmenden Ungleichheit der Lebensverhältnisse. Die Politik müsse "mit dezentralen Strukturen und gelebtem Förderalismus helfen, die Unterschiede zu minimieren oder gar nicht erst entstehen zu lassen".

Zur Stärkung der Sparkultur seien Erleichterungen beim Wertpapiersparen und "eine Modernisierung des Vermögensbildungsgesetzes ein wichtiger und leider bereits überfälliger Schritt", sagte der DSGV-Präsident. bec