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| Marketing

Verjüngungskur mit Julez

Ein Blogger wirbt derzeit für die Kreissparkasse Steinfurt. Wir geben vier Tipps für das regionale „Influencer“-Marketing.

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Folgt man Julian Weissbach alias „Julez“ auf Youtube, Facebook oder Instagram, zeigt sich schnell die ganze Bandbreite des Bloggers: Da zettelt er in der Fußgängerzone eine Kissenschlacht mit Fremden an, versucht, ein Selfie mit Angela Merkel zu ergattern oder interviewt Gäste auf dem Bürgerfest des Bundespräsidenten. Dazwischen taucht das neu gestaltete Beratungscenter in Tecklenburg-Laggenbeck auf: Die Kreissparkasse Steinfurt hatte „Julez“ eingeladen, um ihre „neue Sparkassenwelt“ auf lockere und moderne Art zu präsentieren, wie Thorsten Laumann, der Pressereferent des Hauses, erklärt. Man wollte weg vom klassischen PR-Film und hin zu einer jungen Form des Marketings, die dank „Liken“ und „Teilen“ auf die Verbreitung in sozialen Netzwerken setzt. Und natürlich hatte man auch das Ziel, so Laumann, „zusätzliche Reichweite durch die Bekanntheit von Julez zu generieren“.

 
Blogger „Julez“ plaudert im Video auch mit Rainer Langkamp, Vorstandschef der Kreissparkasse Steinfurt. © Sparkasse

So hat Julian Weissbach einen Tag lang Gespräche mit Mitarbeitern und dem Vorstandschef Rainer Langkamp geführt und daraus mehrere kurze Videos geschnitten. Das erste Video zählte bereits nach wenigen Tagen über 12.000 Zugriffe. Kostenlos sind Arbeit und Reichweite von Meinungsführern, neudeutsch „Influencern“, wie „Julez“ natürlich nicht. Auch im Fall der Kreissparkasse Steinfurt war die Kooperation vertraglich geregelt. Julian Weissbach hat seit Beginn seiner Youtube-Karriere über 165 Millionen Klicks generiert. Der Blogger berät Unternehmen rund um das Thema Social Media und arbeitet als Coach. Auf diese Art hatte ihn auch die Kreissparkasse Steinfurt kennengelernt: Weissbach war bei Coachings im Haus dabei und gibt Seminare an der Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen.

 
„Julez“ hat auch die neue Gestaltung des Beratungscenters in Tecklenburg-Laggenbeck auf Video gebannt. © Sparkasse

Influencer-Marketing ist im Trend. Immer mehr Unternehmen nutzen die Bekanntheit der Blogger für die Verjüngung ihres Images. Laut einer Studie der Online-Plattform „Influencer Marketing Hub“ sagen 85 Prozent der befragten Marketing-Manager, Influencer-Marketing sei effizient, 67 Prozent erhöhen für diese Form ihre Budgets und 37 Prozent widmen Budgets um. Auch die Sparkassen-Finanzgruppe geht diesen Weg. So haben Youtube-Stars wie die Zwillingsbrüder Heiko und Roman Lochman, deren Kanal „Die Lochis“ auf dem Videokanal Youtube 2,6 Millionen Abonnenten verzeichnet, schon für die Sparkassen in Hessen und Thüringen geworben. Auch mit viel weniger bekannten Influencern wurde kooperiert: Ende 2016 waren rund 50 Instagram-Nutzer aufgefordert, in ihren Kanälen für das Bezahlverfahren Paydirekt zu werben. Diese sogenannten Micro-Influencer verfügten jeweils nur über rund 5000 „Follower“.

Bekanntestes Beispiel für Influencer-Marketing innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe ist die Zusammenarbeit mit dem Kwitt-Boten. Im Juni und Juli 2018 bewarb der ganzkörpertätowierte Muskelprotz den Bezahldienst Kwitt vor allem in den Online-Medien – und spielte dabei ironisch die Rolle eines „Influencers“. „Obwohl der Kwitt-Bote die Markenwerbung der realen Influencer ins Lächerliche zieht, bringt die Sparkasse auf diese Weise erfolgreich ihre eigene Werbung unter die Netzgemeinde“, schrieb das „Handelsblatt“ anerkennend. „Auf jedem Foto ist die hauseigene App prominent platziert.“

Das Sparkassen-Finanzportal hat als Inhouse-Agentur der Sparkassen-Finanzgruppe schon einige erfolgreiche Influencer-Kampagnen für Verbände, Verbundpartner und Sparkassen konzipiert und durchgeführt: von der Zusammenarbeit mit einzelnen Bloggern bis hin zur Kooperation mit reichweitenstarken „Influencern“. Ansis Schön, Leiter Strategie und Beratung beim SFP, nennt vier Punkte, die Sparkassen beachten sollten, damit Influencer-Marketing auch regional wirkt.

  1. Die Kampagne sollte regionale Relevanz haben, beispielsweise einen lokalen Mehrwert-Vorteil bewerben.
  2. Die Influencer sollten wenn möglich in der Region verankert sein. Dies lässt sich über eine Analyse der Fans und Follower herausfinden.
  3. Neben der Kommunikation der Influencer kann es sinnvoll sein, die Kampagne mit eigenem Content zu verlängern.
  4. Das Briefing der „Influencer“ trägt maßgeblich zum Kampagnenerfolg bei. Deswegen sollte auf diesen Punkt sorgfältig geachtet werden. Schließlich gibt eine Marke oder eine einzelne Sparkasse an einen Blogger oder Instagramer ein Stück Verantwortung ab.