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11. Juli 2018 - 03:00Mexiko

Mehr Pragmatiker als Chefideologe

Wohin steuert Mexiko unter seinem neuen Präsidenten Obrador? Das wichtige Freihandelsabkommen Nafta ist wohl nicht in Gefahr.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador, genannt Amlo, scheint trotz markiger Wahlkampfsprüche an Kooperation mit der Wirtschaft und US-Präsident Donald Trump interessiert zu sein. (dpa)
Klarer Gewinner der Wahlen in Mexiko ist Andrés Manuel López Obrador – in Mexiko kurz "Amlo" genannt. Obrador ist Anführer der 2014 gegründeten linken Partei Morena (Bewegung für die Nationale Regenerierung), die für die Wahl ein Bündnis mit der sozialistischen Arbeiterpartei (PT) und der konservativen PES eingegangen ist.

In den Medien war nach dem Sieg Obradors von einem "politischen Umbruch" die Rede, doch Ökonomen wissen noch nicht so recht, wie sie Obrador einordnen sollen. Während des Wahlkampfs hatte Obrador vorgeschlagen, teure Fiskalprogramme zu starten, den Flughafenausbau in Mexiko-Stadt zu stoppen und die Liberalisierung des Energiesektors wieder rückgängig zu machen. "In Teilen der mexikanischen Wirtschaft ging die Angst um. Da Amlos Wahlsieg jedoch seit geraumer Zeit absehbar war, hielt sich die Marktreaktion in engen Grenzen", sagt Dirk Chlench, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der SparkassenZeitung.

Linkspopulist und Globalisierungsskeptiker

Während seiner Zeit als Bürgermeister von Mexiko-Stadt hat sich Obrador allerdings mehr als Pragmatiker denn als Ideologe präsentiert. Bei der Sanierung des historischen Zentrums etwa arbeitete er geräuschlos mit dem Multimilliardär Carlo Slim zusammen.

"Derzeit ist unklar, was für ein Präsident Obrador sein wird. Bisher hat sich dieser lauthals gegen die Zusammenarbeit mit Donald Trump ausgesprochen und hegt als Linkspopulist eine starke Skepsis gegenüber der Globalisierung und damit auch dem Freihandelsabkommen Nafta. Zwar hat Obrador zu Beginn seines Wahlkampfs seine Bereitschaft für eine Neuverhandlung von Nafta angekündigt, er versprach aber gleichzeitig, die mexikanischen Produzenten weiter zu schützen", erklärt Bayern-LB-Volkswirtin Christiane von Berg.

Für internationale Unternehmen ist die Frage nach der Zukunft von Nafta von großer Bedeutung. Dank des im Jahr 1994 zwischen den USA, Mexiko und Kanada geschlossenen Abkommens hat sich Mexiko zu einem veritablen Produktionsstandort entwickelt. Laut Weltwirtschaftsforum ist das mittelamerikanische Land inzwischen die zwölftgrößte Industrienation.

Ein Vorteil ist die Nähe zu den USA, die zu geringen Kosten beliefert werden können. Allerdings ist auch die Abhängigkeit von dem nördlichen Nachbarn sehr hoch; fast 80 Prozent der Exporte Mexikos gehen dorthin.

Deutsche Autobauer wollen investieren

Knapp 2000 deutsche Firmen haben Niederlassungen in Mexiko, darunter Volkswagen, Audi, Daimler und BMW. Nach Angaben der Deutsch-Mexikanischen Handelskammer Camexa wollen gut zwei Drittel der Firmen dieses Jahr weiter investieren – ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Autozulieferer Bosch etwa hat gerade in Celaya im Bundesstaat Guanajuato für mehr als 100 Millionen Euro ein neues Werk errichtet. Auch die LBBW ist in Mexiko engagiert. In Mexiko-City betreibt sie seit gut 15 Jahren ein German Centre, das deutsche Firmen beim Auf- und Ausbau ihrer Stützpunkte in Mexiko unterstützt. Wie es mit der Nafta weitergeht, ist somit auch eine wichtige Fragen für deutsche Unternehmen.

"Aufgrund seines überragenden Wahlsieges kann Amlo nun mit breiter Brust in die laufenden Nafta-Verhandlungen eintreten. Da zudem US-Präsident Donald Trump seine Sympathie für autoritär auftretende Politiker kaum verhehlen kann, sind die Chancen auf eine gütliche Einigung im Handelskonflikt zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten durch die Wahl des Linksnationalisten eher besser geworden", sagt LBBW-Analyst Chlench hierzu.

Obrador selbst erklärte bereits einen Tag nach seinem Wahlsieg, dass er an Nafta festhalten und sich um freundschaftliche Beziehungen zur US-Regierung bemühen wolle.
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