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07. Mai 2018 - 11:20Obleute

Mit gesundem Menschenverstand

von Bettina Wieß

Mit Siegmar Müller wurde Anfang März der Landesobmann der rheinland-pfälzischen Sparkassenvorstände zum stellvertretenden Bundesobmann gewählt. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Germersheim-Kandel soll mit Alexander Wüerst, Vorstandsvorsitzendem der Kreissparkasse Köln, gleichberechtigt den Bundesobmann der deutschen Sparkassen unterstützen.

Die Innenstadt des baden-württembergischen Kandel im Kreis Germersheim. Der Landkreis hat eine interessante Lage, eine gute Infrastruktur, eine breite industrielle Basis und ist zudem Teil der Wein- und Tourismusregion Südpfalz. Von hier kommt der neue stellvertretende Bundesobmann Siegmar Müller. (dpa)
Wer mit Siegmar Müller zu tun hat, darf sich auf einen offenen, interessierten und zugewandten Sparkassenvorstand einstellen, den es früh in die Sparkassenorganisation und in "seine" Sparkasse zog. Seit Beginn seiner Ausbildung zum Bankkaufmann im Jahr 1974 ist er bei der heutigen Sparkasse Germersheim-Kandel tätig und hat dort die meisten Abteilungen des Hauses kennengelernt: die Kundenberatung im Passiv- und Dienstleistungsbereich, das Vorstandssekretariat, das Personalwesen, das Kreditsekretariat und den Kreditbereich. Seit 1995 leitet Müller das Institut, heute mit einer Bilanzsumme von 1,8 Milliarden Euro, rund 410 Mitarbeitern und 26 Geschäftsstellen.
"Bodenständig, offen für neue Entwicklungen, pragmatisch, lösungsorientiert" – so beschreiben Weggefährten aus dem Sparkassenlager, aber auch aus dem Landkreis Germersheim, Sparkassenchef Müller. Sein Institut ist Marktführer im Privatkundengeschäft; es operiert in einem guten wirtschaftlichen Umfeld. Der Landkreis hat eine interessante Lage, eine gute Infrastruktur, eine breite industrielle Basis und ist zudem Teil der Wein- und Tourismusregion Südpfalz. Als südöstlichster Kreis von Rheinland-Pfalz grenzt er an Baden-Württemberg und das Elsass, raumordnerisch liegt er im Gebiet der Metropolregion Rhein-Neckar, gleichzeitig gehört er zur Technologieregion Karlsruhe. Er hat mit Wörth und Germersheim zwei bedeutende Binnenhäfen; zahlreiche Unternehmen, etwa das Mercedes-Benz-Werk in Wörth mit dem weltgrößten Daimler-Lkw-Montagewerk, stehen für einen hohen Industrialisierungsgrad des Landkreises.
Eine "aufrichtige und verlässliche Persönlichkeit mit analytischem Scharfsinn und klarer Zielvorstellung" – so nennt Beate Läsch-Weber, Präsidentin des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz, den bisherigen rheinland-pfälzischen Landesobmann Siegmar Müller. Seit Jahresanfang ist der Chef der Sparkasse Germersheim-Kandel auch stellvertretender Bundesobmann. (Sparkasse)
"Wir sind ein attraktiver und prosperierender Landkreis und haben keine demografischen Probleme", sagt Siegmar Müller, beobachtet aber zugleich, "dass die jungen Leute in die größeren Orte und Städte ziehen". Er bekennt sich zu den Filialstandorten: "Erreichbarkeit gehört zum 'genetischen Code' der Sparkassen." Dennoch gibt er zu bedenken: "Allein mit Daseinsvorsorge in dem Sinne, dass von Sparkassen erwartet wird, dass sie dort sind, wo andere nicht sind, lässt sich kein Geld verdienen." Mit zum Teil wesentlich kürzeren Öffnungszeiten und der Bildung von Geschäftsstellenteams, die Kunden in mehreren Filialen im Wechsel betreuen, will Müller Ertrag und Kosten besser in Einklang bringen. Eine Vielzahl an täglichen und einfachen Bankserviceleistungen und Produkten bietet die Sparkasse rund um die Uhr in ihrer Internet-Filiale und seit dem 1. August vergangenen Jahres auch an Wochentagen von acht bis 18 Uhr telefonisch im hauseigenen Kundenservice-Center an.
Die Sparkasse Germersheim-Kandel investiert derzeit hälftig in den Aufbau der digitalen und der Filialstruktur. "Die Sparkasse muss mit dem geänderten Kundenverhalten mitgehen", erklärt Müller. Im vergangenen Jahr wurden bereits 51 Prozent der Konten bei der Sparkasse Germersheim online geführt. Auf die Frage, ob er sich im Vergleich zu seinem Stellvertreterkollegen aus Köln nicht als "zu kleine" Sparkasse fühlt, gibt sich Müller selbstbewusst: "Natürlich haben viele Häuser, auch solche mit einer Bilanzsumme von fünf oder acht Milliarden Euro, wesentliche größere Abteilungen und Stäbe; aber die Herausforderungen – Digitalisierung, Niedrigzinsen und Regulierung – sind für alle gleich."

"Vom Kunden her denken und sich mit ihm verändern"

Im laufenden Jahr will die Sparkasse Germersheim-Kandel OSPlus-Neo einführen, ebenso die Beacon-basierte Kundenanspruche in den Geschäftsstellen. "Wir müssen Kommunikationskanäle und Services so verzahnen, dass sie für die Kunden und die Sparkassenmitarbeiter vereinheitlicht und effizienter werden", ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt. "Der geschäftspolitische Schwerpunkt muss bei Markt und Vertrieb liegen, letztendlich also bei den Wünschen der Kunden." Müller legt Wert darauf, dass bei aller Beschäftigung mit Technik, Infrastruktur und internen Prozessen der Kunde immer im Fokus stehen müsse. Dabei sei für regionale Kreditinstitute das Vertrauensverhältnis und die Beraterkontinuität ein wichtiges Plus. "Schnell, einfach, unbürokratisch" – so sieht Müller die Anforderungen der Kunden an ihre Sparkassen.
Was verspricht er sich von der Beacon-basierten Kundenansprache? "Eine solche Ansprache zeigt nach innen und nach außen, dass wir eine moderne Organisation und auf der Höhe der Zeit sind", so Müller. Letztlich sei sie nur ein kleiner Baustein in der Digitalisierung und der Kundenbeziehung. Und wenn es den Kunden und der Sparkasse einen Mehrwert bringt, weil etwa Immobilienangebote auf diese Art und Weise kommuniziert werden, ist ihm das allemal recht.
So sieht denn Müller auch die Sparkassenorganisation beim Thema Digitalisierung mit den Entwicklungen der vergangenen Jahre auf einem guten Weg. Zu berücksichtigen sei natürlich die Eigenverantwortlichkeit der rund 380 Institute bei der Umsetzung von Rollout-Prozessen. "Aber wir sind alle unterwegs, wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten."

Neue Wege gehen und Doppelarbeiten vermeiden

Unter Müllers Regie erprobt die Sparkasse Germersheim-Kandel neue Wege auch in der Personalpolitik. Erstmals bietet sie in diesem Ausbildungsjahr Menschen über 30 die Chance, sich zu Bankkaufleuten ausbilden zu lassen − sei es, um wieder ins Berufsleben einzusteigen oder um sich beruflich neu zu orientieren. Ebenso hat Müller neue Geschäftsfelder im Blick: "Nur sparen reicht nicht", sagt er: "Wir müssen Kundenbeziehungen und Prozesse ausbauen und zu Ende denken." Unternehmensnachfolgeberatung, Generationenmanagement, Unterstützung von Immobilienbesitzern etwa beim Management und Schriftverkehr, möglicherweise auch bei der Immobilienbetreuung nennt er als Beispiele. Sein Ansatz: Neue Dienstleistungen rund um Kerngeschäftsfelder entwickeln mit der Frage "Bedienen wir das schon?"
Als stellvertretender Bundesobmann ist ihm wichtig, dass in der Sparkassen-Finanzgruppe Doppelarbeiten vermieden und kooperative Lösungen gefunden werden. "Gleiche Themen an verschiedenen Stellen der Organisation zu bearbeiten, ist nicht besonders effizient", findet Müller. Seine Vorstellung sei es, "dass wir über eine horizontale und vertikale Arbeitsteilung reden und uns darauf verständigen, wer welche Aufgaben in der Organisation am besten kann und sie übernimmt." Müller liegt daran, dass sich die Sparkassenorganisation so aufstellt, dass sie für die Zukunft gerüstet ist. Als Landesobmann hat er die Neustrukturierung des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz (SVRP) und die Fusion der Landesbausparkassen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zur LBS Südwest im Jahr 2016 maßgeblich mitgestaltet.
SVRP-Präsidentin Beate Läsch-Weber nennt Müller eine "aufrichtige und verlässliche Persönlichkeit mit analytischem Scharfsinn und klarer Zielvorstellung". Er verfüge ob seiner Ausgeglichenheit und Unaufgeregtheit über eine hohe Integrationskraft. Die Kollegen aus anderen rheinland-pfälzischen Sparkassen profitierten davon, dass er bestens informiert sei und Informationen weitergebe. Gerade Vorstände, die von außerhalb kommen, schätzen diesen Informationsfluss und die gute Kommunikationskultur.  "Eine Mischung aus gesundem Menschenverstand, guter Einbindung und hoher Konzentrationsfähigkeit zeichnet ihn aus. Und sein Teambuilding, dass er mit uns nach der offiziellen Tagesordnung auch noch privat zusammen ist", sagt ein Sparkassen-Vorstandsvorsitzender über Müller.

Verbindungen knüpfen und in Bewegung sein

Über Grenzen schauen, Verbindungen knüpfen, etwas vom "Savoir-vivre" zwischen Südpfalz und Elsass einbringen – das macht Müller privat, aber auch beruflich aus. Seit März vergangenen Jahres sind die Sparkasse Germersheim-Kandel und die Caisse d’Epargne d’Alsace offizielle Geschäftspartner. Die französische Sparkasse hat eine Bilanzsumme von neun Milliarden Euro und mehr als 1000 Mitarbeiter. Beide Häuser unterstützen den grenzüberschreitenden Austausch und treten gemeinsam auf. So können sich Privat- und Firmenkunden bei Investitionen im jeweils anderen Land an die eigene Sparkasse wenden, die ihre Kunden vor Ort begleitet. Bei Bedarf finden Vertragsverhandlungen mit Mitarbeitern beider Häuser statt. Auch der grenzüberschreitende Immobilienerwerb kann Dank der Kooperation jetzt schneller und unkomplizierter erfolgen.
Müller sagt, er merke an sich, wenn er einige Tage keinen Sport gemacht habe. Dann steigt er aufs Rad oder geht laufen. Bewegung an der frischen Luft ist ihm wichtig. Meistens ist er allein unterwegs; er mag es nicht, wenn man sich auch noch für den Sport in einen Terminkalender zwängen und verabreden muss. Im Winter geht er zum Skifahren. Jetzt unvermutet eine Woche frei – was würde er dann tun? "Ins Warme fahren, ans Meer – mit einem guten Buch." Und wenn es nur ein freier Abend wäre? Dann spontan zu seinem Lieblingsitaliener in Germersheim. Mit dem Besitzer habe er schon vor fast 40 Jahren Fußball gespielt. Der Restaurantchef lacht am Telefon. "Ja, wir haben uns von Anfang an verstanden, er war schon damals ein netter und rücksichtsvoller Mensch – er, als großgewachsener Spieler, und ich, eher klein, das wäre sonst auch nicht gutgegangen." Heute trinken sie seinen italienischen Rotwein zusammen.
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Kommentare zum Artikel (1)

  • am 11. Mai 2018 - 09:05 Uhr schrieb IP Login

    Germersheim-Kandel - zugehöriges Bundesland: Rheinland-Pfalz

    Sehr geehrte Damen und Herren, sowohl Kandel als auch Germersheim liegen in Rheinland-Pfalz. Freundliche Grüße Helga Scherrer-Tanumidjaja Deutscher Sparkassen- und Giroverband