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| Zahlungsverkehr

Bundesbank fordert mehr Europa

Die Bundesbank fordert mehr gemeinsame europäische Anstrengungen, um im Zahlungsverkehr nicht von internationalen Anbietern abgehängt zu werden.

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Im Zuge der Digitalisierung nehme der Wettbewerb bei Bezahlangeboten und Finanzdienstleistungen immer mehr zu, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank. "In Anbetracht dessen ist eine europäische Perspektive nicht nur eine Option, sondern ein Muss, um im europäischen Zahlungsverkehrsmarkt erfolgreich zu sein."

 
Die Bundesbank nennt eine europäische Lösung für den Zahlungsvekehr ein "Muss", um nicht im Wettbewerb abgehängt zu werden. © dpa

Die Bundesbank setzt dabei unter anderem auf Echtzeit-Zahlungen (instant payments), mit denen Geldbeträge binnen Sekunden auf den Konten der Empfänger gutgeschrieben werden. Diese könnten die Basis für europaweite Zahlungsdienste sein, die direkt an das Privat- oder Geschäftskonto geknüpft seien, meinen die Notenbank-Experten. Vorausgesetzt sei dafür aber, dass in nächster Zeit alle europäischen Banken solche Echtzeitzahlungen verarbeiten.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte erst unlängst bemängelt, dass Banken dies bislang nur verhalten nutzen würden. Die Bundesbank plädiert schon seit einiger Zeit dafür, etablierte Geldkarten für den europaweiten Zahlungsverkehr aufzuwerten. In diesem Zusammenhang könnten etwa grenzüberschreitende Kreditkarten-Zahlungen über die neuen Instant-Payment-Kanäle abgewickelt werden, heißt es im Monatsbericht. Dies könne dann die Grundlage sein, damit nationale Karten im gesamten einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA akzeptiert werden. Im Wettbewerb mit internationalen Anbietern seien sie dann besser aufgestellt. (rtr)