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| BayernLB-Studie

Konsum im Zeichen des Klimawandels

Greta Thunberg sorgt mit ihren Bemühungen um Klimaschutz für Aufsehen in Deutschland. Die BayernLB hat in einer Studie untersucht, wie sich das auf den Konsum der Deutschen auswirkt und Überraschendes festgestellt.

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„Die Klimaschutzdebatte ist vor allem ein europäisches Phänomen“, schreibt die BayernLB als ein Fazit ihrer Studie zu den Auswirkungen der Klimaschutzdebatte auf das persönliche Verhalten der Menschen. Bisher sei noch kein Flugverzicht erkennbar, heißt es weiter. Im Gegenteil, die Zahlen des Flugverkehrs steigen seit Jahren ungebrochen. Ein „Greta-Effekt“ sei nicht bemerkbar. „Das Umweltbewusstsein endet oft dort, wo persönliche Einschränken verlangt sind“, schreiben die Experten der Münchener Landesbank.

 
Greta Thunbergs Eintreten für den Klimaschutz wird hierzulande gefeiert. Änderungen im persönlichen Konsumverhalten wollen aber die wenigsten ziehen. © dpa

Ein Großteil der Bevölkerung ist nach eigenen Angaben auch bereit, den Lebensstil zugunsten der Umwelt zu ändern, konstatiert die Studie. Frage man allerdings nach konkreten Maßnahmen, zeigt sich eine eher verhaltene Veränderungsbereitschaft. So ist zwar gut ein Drittel der Befragten bereit, vor allem regionale und saisonale Lebensmittel zu kaufen. Den Verzicht auf Fleisch können sich aber nur 16 Prozent vorstellen, weniger Auto zu fahren elf Prozent und den eigenen Stromverbrauch zu senken, kommt nur für gut vier Prozent in Frage. Dem Klima zuliebe weniger zu fliegen, können sich der Umfrage zufolge knapp 17 Prozent vorstellen.

Dabei profitiere die Luftfahrtbranche davon, dass es bei Langstrecken kaum Alternativen gebe. Beim gesamteuropäischen Luftverkehr ist bisher kein ökologisch motivierter Flugverzicht erkennbar, vielmehr ist seit 2018 der Passagierverkehr sowohl innereuropäisch als auch auf der wichtigen Transatlantik-Route stetig gewachsen, wobei die zuletzt nachlassende Wachstumsdynamik auf die deutliche konjunkturelle Abschwächung zurückzuführen sein dürfte. Positiv fürs Klima ist eine wachsende Effizienz der Flugbranche, die sich positiv auf die CO2-Belastung auswirke.

 
Klimaschutzdemonstranten vor dem Münchener Flughafen. Doch laut BayernLB wachsen die Flugzahlen ungebrochen weiter. © dpa

Auf lange Sicht bestehe das Risiko, dass die zunehmenden Kosten des Klimaschutzes die Ticketpreise deutlich steigen lassen, schreibt BayernLB-Experte Wolfgang Linder. Das würde die Flugnachfrage seiner Prognose zufolge belasten würde.

Wie stark diese Belastung letztlich ausfalle, hänge aber vom Ausmaß der ergriffenen Maßnahmen ab und inwieweit der technische Fortschritt zur Reduktion von CO2 dem entgegenwirkt, sie dürfte aber auch auf lange Sicht in Europa am stärksten sein.