Anzeige
Anzeige

Exklusiv für Abonnenten

Dieser Beitrag steht exklusiv Abonnenten des SparkassenZeitung Portals zur Verfügung.
Bitte loggen Sie sich hier ein:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen oder benötigen Sie ein neues?
Hier anfordern

Weitere Informationen zu Produkten, Bestellmöglichkeiten mit Testzugang, Lizenzprüfung oder FAQs finden Sie im Bereich Abo-Service.
Bei Fragen nehmen Sie gern Kontakt online mit uns auf oder rufen Sie uns an:
Tel.: +49 711 782-1173.

Passwort vergessen

Geben Sie Ihre E-Mail Adresse an und erhalten Sie einen Link um Ihr Passwort zurückzusetzen.

Bitte geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse an, mit der Sie bei uns registriert sind. Nach dem Klicken auf "Absenden" bekommen Sie eine Mail mit dem Link. Klicken Sie den Link an oder kopieren Sie diesen in die Adressleiste Ihres Internetbrowsers. So werden Sie automatisch angemeldet und können Ihr Passwort ändern.

Anzeige
02. Februar 2017 - 16:08Strategie

Regulatorik als Chance im Wettbewerb

von Matthias Böcker, Landesbank Saar

Eine Herangehensweise unter neuem Blickwinkel kann Impulse für eine zukunftsgerichtete Optimierung des Geschäftsmodells freisetzen.

Matthias Böcker, Vorstandsmitglied der SaarLB, fordert eine Umsteuerung von der Reaktion hin zur Aktion in Sachen Regulatorik. (Himsel)
Seit 2009 hat es über 3700 neue und angepasste Rechtsnormen in der europaweiten Regulierung gegeben. Dies führt zunehmend zu einer Überforderung der Institute, planwirtschaftlichen Strukturen, einem Ausschalten des Unternehmertums und einem hohen regulatorischen Umsetzungsrisiko.

Parallel dazu zeigt ein Vergleich mit ausländischen Banken, dass die deutschen Kreditinstitute im heimischen Markt zunehmend unter Druck geraten sind. So konnten die ausländischen Banken ihr Bilanzvolumen in den Jahren 2000 bis 2015 nahezu verfünffachen. Die Sparkassen-Finanzgruppe ist zudem sowohl beim Bilanzvolumen als auch bei Zinsüberschuss und Ergebnis vor Bewertung im Vergleich deutlich stärker zurückgefallen als der genossenschaftliche Verbund.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Der Umgang mit Regulatorik verdeutlicht aber das Grundproblem. Nahezu sämtliche aufsichtlichen Regelungen werden aus einer Opferrolle heraus als Last betrachtet. Dabei sind die Hürden für alle gleich, so dass der beste Umsetzer einen Wettbewerbsvorteil erzielt. Warum werden Themen wie SREP oder Sanierungsplan nicht chancenorientiert gelöst? So entfaltet ein Sanierungsplan zum Beispiel zahlreiche Impulse zur Optimierung des Geschäftsmodells, indem er Schwachstellen aufzeigt.

Gute Umsetzung kann Vorteile generieren

Außerdem hat man den Eindruck, dass die Aufsicht wichtige Reformthemen früher als etliche Institute erkannt hat; Themen, die unter ökonomischen Gesichtspunkten ohnehin anzugehen wären. Beispielhaft seien hier die Einführung einer institutsinternen Risikokultur, eines übergreifenden Risikomonitorings oder die Gewährleistung einer hinreichenden Datenqualität genannt.
Daraus entwickeln sich auch grundsätzliche Fragen zur Innovations- und Veränderungsfähigkeit: Wie schaffen wir es, mehr Projekte zentral anzustoßen und standardisiert umzusetzen? Reichen die zentralen Budgets aus, um die Zukunftsthemen zu lösen? Sollten Risiko und Erfolg der Institute in den Entscheidungsstrukturen und den Kostenverteilungen der Finanzgruppe nicht noch stärker anreizorientiert berücksichtigt werden?
Zurück zur Regulatorik: Das Thema Proportionalität ist in aller Munde. Ja, wir brauchen eine Small and Simple Banking Box. Doch um diese mit Inhalt zu füllen, ist ein methodisch fundiertes Modell zur proportionalen Regulatorik notwendig. Ein Modell, das auch für kleine Institute sachgerecht ist. Wieso wird beispielsweise kein risikoorientierter Prüfungsansatz oder Return on Regulatorik entwickelt? Das ist eine Herkulesaufgabe, die aber lösbar ist, wenn die gesamte Gruppe gemeinschaftlich daran arbeitet.
Insgesamt muss themenübergreifend eine Umsteuerung von der Reaktion zur Aktion stattfinden: Das bedeutet die Reformthemen zu lösen und aus eigenen Impulsen die Entwicklung voranzutreiben. Ein systematisches Innovationsmanagement kann dabei unterstützen. Es ist nicht mehr wichtig nur schneller zu sein, sondern auch kreativer, um im Wettbewerb zu bestehen.
Anzeige
 Druck-PDF herunterladen

Kommentare zum Artikel (0)