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18. Januar 2017 - 12:50Vorständetagung

Sparkassen haben mehr, als sie denken

von Silvia Besner

Mehr Mut zur Erschließung neuer Geschäftsfelder und das Verlassen der Komfortzone, in der man nur das tut, was man schon kann: Das fordert Joachim Schmalzl von den Sparkassen. Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zeigte auf der Vorständetagung in Berlin die "digitale Agenda" auf.

Im Gespräch: Jonathan Daniel, Vorstandsmitglied der Sparkasse Nürnberg, DSGV-Vorstandsmitglied Joachim Schmalzl und SFP-Chef Stefan Roesler (von links). (Peter Himsel)

Die Gruppe habe für eine erfolgreiche Digitalisierung eine gute Ausgangslage, so Schmalzl. Im Gegensatz zu jungen Wettbewerbern besitze man bereits die beiden Elemente, mit denen man Geschäfte machen und Geld verdienen kann: Millionen von Kunden und ihre Daten. Jetzt gelte es, diese Daten für Geschäfte einzusetzen, die den Kunden nützen.

Beispielsweise plant die Sparkassen-Finanzgruppe, ihren Schatz an verifizierten Kunden- und Adressdaten für den Identifikationsservice "Yes" einzusetzen. Er soll Sparkassenkunden das Onlineshopping erleichtern: Anstatt sich auf jedem Portal umständlich mit Adresse, Telefonnummer und Bezahldaten zu registrieren oder vergessene Passwörter neu zu beantragen, könnten sie sich auf Wunsch mit "Yes" in Sekundenschnelle identifizieren.

Signalfeuer sendet Angebote

Als weitere innovative Anwendung, die auf die Infrastruktur der Sparkassen zurückgreift, nannte Schmalzl den "S-Beacon". Dieses "Signalfeuer" sendet Kunden, die die Sparkassen-App nutzen, Botschaften per Bluetooth-Funktechnik auf ihr Smartphone, wenn sie in den Sendebereich kommen. So könnte der "S-Beacon" beispielsweise aus einem Sparkassen-Geldautomaten am Flughafen Kunden kurz vor dem Abflug schnell noch eine − online abzuschließende − Reiseversicherung anbieten. Entwickelt vom Sparkassen-Finanzportal (SFP), wird diese Funktion gerade mit einigen Sparkassen getestet.
In den beiden Podiumsrunden, die auf der Vorständetagung das Themenfeld "digitale Agenda" begleiteten, wurden viele Ideen geäußert, die der Gruppe zum Geschäft werden könnten. Laut Schmalzl könnte die sichere Speicherung von Dokumenten in einem sogenannten E-Safe Gebühren einbringen. Schon heute erhielten Kunden über das elektronische Postfach Unterlagen von Sparkassen und Verbundunternehmen, künftig könnten auf diesem Weg − gegen Gebühr − auch Stromanbieter und andere ihre Unterlagen zustellen. Wilfried Groos, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Siegen, bekundete seine Bereitschaft, für ein gesichertes Onlineoffice zu zahlen, in dem etwa Teile der Steuererklärung bereits für ihn vorausgefüllt würden. SFP-Chef Stefan Roesler könnte sich sogar vorstellen, die Internetfiliale für externe Werbung zu öffnen.
Dass digitale Angebote der Sparkassen-Finanzgruppe gut angenommen werden, zeigt "Kwitt": Der Bezahldienst ermöglicht den Nutzern der S-App seit Ende November, per Smartphone Geldbeträge zu senden. Obwohl erst im Februar Werbung für "Kwitt" geschaltet werden wird, ist die Funktion bereits heute Marktführer. Die Etablierung von "Paydirekt" ist dagegen eher ein "Marathonlauf", wie Ottmar Bloching, Mitglied der Geschäftsführung der DSV-Gruppe, sagte. Derzeit sei man mit 49 von 50 der Top-Händler in Verhandlungen, das Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen einzuführen.

Evidenzstelle bündelt digitale Projekte

Spannende Projekte hin oder her − die Zukunft lasse sich nur gemeinsam gestalten, so Schmalzl. Noch sind die Institute auf sehr unterschiedlichem Stand. So gebe es 50 Sparkassen, die nicht ein einziges Produkt online verkauften. Ziel sei jetzt, zusammen auf ein höheres Niveau zu kommen. Verschiedene Einrichtungen sollen dabei helfen. Der "Digitalisierungskompass" des DSGV soll Vergleiche ermöglichen und den Instituten per Ampelsystem zeigen, wo sie in der Entwicklung stehen. Mit dem "S-Hub" wurde ein strukturierter Innovationsprozess geschaffen: Das interdisziplinäre Team, das sich aus Mitarbeitern von DSGV, Deutschem Sparkassenverlag, Star Finanz, Finanz Informatik (FI) und Sparkassen rekrutiert, soll gemeinsam mit Fintechs relevante Ideen identifizieren, nutzbar machen und weiterentwickeln. Eine "Evidenzstelle" wird beim SFP angesiedelt. Sie soll alle digitalen Lösungen aus der Gruppe bündeln, alle digitalen Ausbildungsmodule verfügbar machen und über Neuerungen proaktiv informieren, wie SFP-Geschäftsführer Roesler berichtete. Häuser, die eine Idee haben und etwas entwickeln wollen, können hier nachfragen, ob es etwas Ähnliches schon gibt, wer gerade daran arbeitet, ob es bereits mit Erfolg betrieben wird − oder ein Misserfolg war.
DSGV-Vorstand Schmalzl stellt sich also eine neue Form der Zusammenarbeit vor: Warum sollten sich nicht drei Sparkassen zusammentun und etwas entwickeln? Technische und juristische Beratung könnte die Evidenzstelle bieten. Man brauche nicht immer ein Fintech oder die FI für Innovationen, so Schmalzl. Kundenreaktionen sollten viel stärker ausprobiert und Misserfolge zugelassen werden. Auf die Frage von Moderator Christian Achilles, ob es der FI als zentralem Dienstleister der Finanzgruppe nicht schade, wenn jetzt jeder etwas eigenes entwickeln soll, sendete FI-Chef Franz-Theo Brockhoff "klare Kooperationssignale".

Mutige Lösungen mit einfacher Handhabung

Mutige Lösungen, die schnell umgesetzt und nicht von übertriebener Vorsicht behindert werden, wünschen sich letztlich alle: Bernd Wittkamp (Vorsitzender der Geschäftsführung der Star Finanz) sowie die Vertreter der Sparkassen, Jonathan Daniel (Vorstand der Sparkasse Nürnberg) und Wilfried Groos (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Siegen). Das Wichtigste: Für den Kunden müssen die Lösungen einfach sein. Ihn interessiere nicht, ob er eine Scheck-, EC-, Giro-, Kredit- oder Debitkarte benutzt, der Zahlvorgang muss funktionieren, so Sparkassenchef Groos, "und am liebsten immer mit der gleichen Nummer".
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