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| Biometrie

Anmelden per Fingerprint

Passwort vergessen war gestern – Identifikation mithilfe biologischer Merkmale kann den Umgang mit Technik erleichtern. Projektmitarbeiter suchen nach Lösungen.

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Sechs Uhr früh, der Handywecker klingelt – schnell auf den Stumm-Button drücken. Sobald wieder Ruhe herrscht, verlangt das Handy die erste PIN-Eingabe des Tages, um das Display zu entsperren – nicht zu verwechseln mit der PIN, die die SIM-Karte entsperrt. Heute geht es mit der Bahn ins Büro. Fahrkarten gibt es bei der Bahn-App. Aber wie hießen noch mal Anmeldename und Passwort?

Angekommen im Büro, fragt der Computer nach dem nächsten Kennwort. Gerade hatte man sich an eines gewöhnt, da ist der Monat schon wieder vorbei, und ein Kennwortwechsel steht an – aber bitte mit Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung. Es ist noch immer früh am Morgen, aber PIN-, Passwort- und Kennwortfragen halten die Aufmerksamkeit schon seit Stunden gefangen. Da kann schon mal etwas durcheinandergehen. Und jetzt kommt die Sparkasse noch dazu: Anmeldename und PIN im Onlinebanking, vierstellige PIN für den Geldautomaten, Passwort zum Entsperren der S-App, Benutzername und Passwort bei Paydirekt, PIN zum Bezahlen mit der Sparkassencard, Passwort beim 3D-Secure-Verfahren. Eigentlich kein Wunder, dass Kunden regelmäßig irgendwelche Zugangsdaten vergessen. Wie kann eine Sparkasse ihren Kunden das Leben erleichtern und eine bequeme, aber sichere Lösung für die Identifikation und Authentifikation von Bankgeschäften bieten?

Mit Identifikation und Authentifikation befasst sich ein Teilprojekt der Girokonto- und Zahlungsstrategie. Hier geht es auch um die Zukunft von ID-Services – online und offline. Biometrie spielt hier eine bedeutende Rolle. Anwender können bei der Anmeldung in der S-App Erfahrungen mit biometrischen Merkmalen sammeln, wenn sie ihren Fingerabdruck einsetzen. Doch Biometrie kann viel mehr als Fingerprints. Die Technik erkennt einen Anwender auch an seinem Gesicht, an seiner Stimme oder an seinem Tippverhalten. Automatische Stimmenerkennung kommt auch bei der telefonischen Kundenberatung zum Einsatz, bei der Identifikation von Anrufern.

Der Kunde wird selbst zum biologischen Kennwort

Im Gegensatz zu Passwörtern kann man biometrische Eigenschaften nicht vergessen, verlieren oder weitergeben. Der Kunde wird dank Biometrie selbst zum Ausweis und zum biologischen Kennwort. Ein Anwendungsszenario sind beispielsweise betrügerische Support-Anrufe. Kriminelle geben sich oft als Support-Mitarbeiter von Microsoft aus und schalten sich unbemerkt auf den Computer eines ahnungslosen Kunden auf. Biometrische Verfahren könnten Messgrößen wie Tippgeschwindigkeit oder Tastendruck erfassen. Das abweichende Tippverhalten eines Betrügers würde hier sofort auffallen.

Welches biometrische Verfahren in welchem Kommunikationskanal zum Einsatz kommen könnte, ist noch nicht ganz klar. Das Teilprojekt bei den Konto- und Zahlungsstrategen erarbeitet mögliche Lösungen vor allem unter Risikogesichtspunkten. Denn einfache Handhabung und Kundensicherheit stehen an erster Stelle.