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Coronakrise / KfW-Darlehen
Erste Hilfskredite freigegeben
Die Sparkassen haben die ersten Notdarlehen von Unternehmen an die staatliche Förderbank KfW weitergeleitet und die meldet erste Bewilligungen.

Bereits um 8.30 Uhr seien Kredite bewilligt worden im Volumen von je drei Millionen Euro, sagte ein KfW-Sprecher am Montag. Das Geld werde nun durch die Hausbanken unverzüglich an die Firmen ausbezahlt. „Die Banken und die KfW haben sich intensiv auf den heutigen Tag vorbereitet“, sagte KfW-Chef Günther Bräunig. „Noch nie haben wir ein Programm so schnell startklar bekommen. Der Bund übernimmt fast vollständig die Haftung und die Kreditmargen sind extrem niedrig.“

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat für die aktuellen Leistungen die eingespielten bestehenden Programme erheblich erweitert, sagt Andreas Fohrmann, Vorstandschef der Sparkasse Südholstein. „Die Sparkasse stellt dafür eigene Kreditmittel zur Verfügung. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie zu begrenzen und stehen unseren Unternehmenskunden zur Seite“, so Fohrmann.

Angebote für sämtliche Firmengrößen

Die KfW habe bestehende Programme für Liquiditätshilfen stark ausgeweitet, um Unternehmen den Zugang zu Krediten auch in schwierigen Zeiten zu erleichtern. Das seien vor allem der KfW-Unternehmerkredit für Unternehmen, Einzelunternehmer und Freiberufler, die schon mehr als fünf Jahre bestehen, und der ERP-Gründerkredit Universell für jüngere Unternehmen, Freiberufler und Gründer.

Für alle Unternehmensgrößen böten diese Programme Kredite für Investitionen und Betriebsmittel, meint Fohrmann. Diese Angebote können von Unternehmen in Anspruch genommen werden, die jetzt durch die Corona-Krise in größere Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind, aber zum Jahresende 2019 noch gesund waren. „Wir, die Sparkasse Südholstein, unterstützen die KfW dabei durch eine Risikoprüfung, die durch die KfW übernommen wird. Bei Krediten bis zu drei Millionen Euro kann damit die Zusage deutlich schneller erfolgen“, so der Sparkassenmanager.

Altmaier: Jede Woche zählt

Mit den Darlehen, die teilweise bis zu 90 Prozent durch den Staat garantiert sind, können Betriebsmittel und Investitionen finanziert werden. „Es kommt jetzt darauf an, den Unternehmen schnell und unbürokratisch zu helfen“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. „Die Auszahlung erfolgt schnellstmöglich, denn wir wissen, dass für viele Unternehmen jede Woche zählt.“

„Die umfassende Hilfestellung über die Förderbanken ist ein richtiger und wichtiger Schritt. Es gilt jetzt, den betroffenen Unternehmen schnell Zugang zu den angebotenen Leistungen zu verschaffen“, sagt auch Ralf Fleischer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München. „Die Sparkasse wird dazu ihren Beitrag leisten.

Eigenes Programm in Bayern für spezielle Branchen

Auch für Selbstständige und Freiberufler hat die Bundesregierung inzwischen ein Hilfsprogramm angekündigt. „Hier geht es um Kundengruppen, bei denen vor allem Zuschüsse wirksam sind und mit Krediten nur im Ausnahmefall geholfen werden kann“, so Fleischer. „Sobald wir dazu genaue Termine und Details kennen, werden wir darüber informieren.“

Speziell für Kulturschaffende, Tourismusunternehmen und die Gastronomie gibt es bereits einen bayerischen Schutzschirm des Freistaats Bayern, der über die bayerischen Regierungsbezirke abgedeckt wird.

Umorganisation für die Darlehensvergabe

„Uns ist es wichtig, dass die Hilfen möglichst schnell und wirksam bei den wirklich Betroffenen ankommen“, betont Sparkassenchef Fohrmann. „Deshalb haben wir vor einigen Tagen unsere personellen Ressourcen gebündelt und setzen sie teilweise anders ein.“

Seit Sonntag, 22. März, sei die Sparkasse Südholstein bereit. „Unsere Mitarbeiter sind informiert und unsere Prozesse stehen, um die Anträge schnell und effektiv zu bearbeiten“, bekräftigt der Vorstandsvorsitzende. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende dafür tun, damit die Wirtschaft in der Region möglichst unbeschadet durch die Coronakrise kommt.“

KfW weitet Liquiditätshilfen aus 

Die KfW wird ihre Liquiditätshilfen ausweiten, um den Zugang der Unternehmen zu günstigen Krediten zu erleichtern. Das gilt auch für Unternehmen, die krisenbedingt bereits in ernsthafte Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Auch Freiberuflern soll unbürokratisch geholfen werden.

Das wurde beschlossen:

  • Ausweitung bestehender Programme bei der KfW und den Bürgschaftsbanken sowie des Großbürgschaftsprogramms des Bundes.
     
  • Erhöhte Risikoübernahme bei bestehenden Programmen und erleichterter Zugang.
     
  • Expressbürgschaften durch Banken.
     
  •  Aus den erweiterten Programmen können jetzt Unternehmen ohne jede Umsatzbeschränkung finanziert werden; dies hilft auch Unternehmen, die bislang keinen Zugang zu bestehenden Programmen haben.

Anträge können seit Montag gestellt werden

Seit 23. März 2020 können Anträge für die wegen Corona erweiterten KfW-Programme und der Förderinstitute der Bundesländer zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen bei den Sparkassen gestellt werden.

Wie Unternehmen schnell Hilfe bekommen, erklärt sparkasse.de

Hier geht es zu weiteren Artikeln der SparkassenZeitung zum Umgang der Sparkassen mit der Coronakrise 

 

23. März 2020