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| Scope-Studie

Nicht alle Fonds retten die Vorsorge

Was bringen Aktien- und Mischfonds für die Altersvorsorge? Die Rating-Agentur Scope hat das untersucht – das Ergebnis ist keineswegs eindeutig.

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Die Messlatte für die private Altersvorsorge ist gefühlt nicht hoch. Das Deutsche Aktieninstitut hat in einer Beispielrechnung ermittelt, dass ein Sparer, der drei Prozent seines Bruttojahreseinkommens anlegt, eine Rendite von 4,3 Prozent erzielen müsste, um seine Rentenlücke zu schließen. Angesichts der Niedrigzinsphase ist diese Hürde allerdings nur schwer zu nehmen.

Die meisten Experten raten zu Aktien beziehungsweise Investmentfonds, um die nötige Rendite bei Altersvorsorgeprodukten zu erzielen. Dabei bringen Fondslösungen, die nur einen geringen Aktienanteil haben, oft Renditen unterhalb von vier Prozent pro Jahr.

 
Reicht es zu rechnen oder lohnt es sich zu spekulieren? Viele Deutsche sollten wohl ihre eigene Risikobereitschaft infrage stellen, wenn sie ihre Rentenlücke mit Fondsanlagen schließen wollen. © dpa

Wenig beruhigend ist, dass die Berliner Rating-Agentur Scope darauf hinweist, dass bestbewertete Investmentfonds selbst bei geringem Aktienanteil eine Rendite von mindestens 4,6 Prozent pro Jahr über die vergangenen zehn Jahre erreicht haben.

Top-Fonds eher irreführend bei der Planung

Denn die gern verkauften Fonds mit A-Ratings beziehungsweise fünf Sternen haben diese aufgrund von Renditen in der Vergangenheit erhalten, was selten ein Indikator für künftige Performance ist. Glücklicherweise hat Scope eine Durchschnittsperformance der wichtigsten Fondssektoren mitgeliefert.

Das Ergebnis für die vergangenen zehn Jahre: Die sechs untersuchten Aktien-Peergroups haben pro Jahr zwischen 6,7 (Aktien Europa) und 13,9 Prozent Rendite (Aktien Nordamerika) erwirtschaftet. Die Mischfonds-Kategorien liegen in einer Bandbreite von 2,2 Prozent pro Jahr (Multi Asset Global konservativ) bis 5,4 Prozent pro Jahr (Multi Asset Global dynamisch).

Das bedeutet, dass die in der Beispielrechnung vom Deutschen Aktieninstitut berechnete und zur Schließung der Rentenlücke erforderliche Mindestverzinsung von acht der zehn betrachteten Fondssegmente erreicht wurde.

Mehr rauskriegen als einzahlen

Wer wenig Spielraum für die Altersvorsorge hat, muss im Grunde mit größerer Risikobereitschaft an seine Geldanlage gehen. Ohne einen hohen Aktienanteil steigt die Wahrscheinlichkeit unzureichender Renditen, um ein ansprechendes Alterseinkommen zu erzielen.

Wichtiger ist es Fonds zu vermeiden, die deutlich weniger erwirtschaften als der Durchschnitt ihrer Vergleichsgruppe. Ein Aspekt, auf den Anleger und Berater achten können, sind die Gesamtkosten des Fonds. In einem kürzlich auf der Webseite der Technologiebörse Nasdaq veröffentlichten Artikel heißt es schlicht: „Es gibt keinen Grund für Ihren Berater, Geld in einem Fonds zu lassen, der Sie mehr kostet als Sie im Gegenzug als Rendite bekommen.“