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22. März 2017 - 18:23Forum für den Mittelstand: Zukunftstrends

Wenn das Internet ausgeht

von Silvia Besner

Dienstreise im Marsmobil, Kinder auf Knopfdruck und der Roboter für 500 Euro: Trendforscher Nils Müller hat die Teilnehmer des "Forums für den Mittelstand" ins Jahr 2027 geschickt. Eine technologisch hochgradig verrechnete und vernetzte Welt wird den Menschen dabei nicht an den Rand drängen, sondern in den Mittelpunkt stellen, so seine Vision.

Zukunftsvisionen auf der Bühne des Mittelstandsforums des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands in Berlin: Trendforscher Nils Müller unterhält sich mit einem Roboter. (Peter Himsel)

Fünf große Entwicklungen hat Müller ausgemacht: das die Wirklichkeit überlagernde "Outernet", die Virtualisierung vieler Lebensbereiche, ein einfach zu bedienendes "Shytech", eine schöne Ökologie und die Revolution des Roboters. Daraus Geschäftsmodelle abzuleiten, sei nun Aufgabe des deutschen Mittelstands. Denn Geld werde immer weniger mit Produkten und immer mehr mit Daten verdient. Zum Beispiel? Der Personenbeförderungsdienst Uber besitzt kein einziges Taxi, der Übernachtungsvermittler Airbnb betreibt kein einziges Hotel. Erst vor wenigen Jahren gegründet, machen beide Unternehmen heute Jahresumsätze in Milliardenhöhe.

Das Internet wird Rechner, Bildschirm und Maus bald hinter sich lassen und als Outernet die reale Welt mit Texten und Bildern überlagern. Eine Datenbrille lässt den Spaziergänger dann auf der Straße Gesichter erkennen und setzt die zu den Personen bekannten Daten auf Wunsch gleich mit vors Auge. Umgekehrt erkennen auch Unternehmen den Spaziergänger und spielen für ihn zugeschnittene Werbung in sein Blickfeld.

Skypen mit dreidimensionaler Nähe

Selbst die eigenen Kinder lassen sich per Datenbrille ins Büro holen, besser: "holoportieren", wenn der Vater Überstunden macht und nicht zu Hause "Gute Nacht" sagen kann. Das ist dann wie Skypen, nur dass man die Gesprächspartner dreidimensional und ganz nah bei sich sieht. Kollegen aus aller Welt können so zusammen in einem Raum konferieren, ohne dass jemand ins Flugzeug steigen muss. 100 Milliarden Dinge werden in zehn Jahren an das Outernet angeschlossen sein, prognostiziert Trendforscher Müller. Fahrräder, Kühlschränke, Terminkalender, Arztpraxen, Einkaufszettel und Sporthosen werden Daten speichern, verarbeiten und senden.
Müller lässt Teilnehmer des Mittelstandsforums mit der Datenbrille in virtuellen Welten Karussell fahren. (Peter Himsel)

Die weiterentwickelte Virtualisierung wird viele Lebens- und Arbeitsbereiche verändern. Menschen können etwa mit Datenbrille und entsprechenden Programmen verreisen, ohne ihr Sofa zu verlassen. Sie fliegen ihr Ziel an, checken im Hotel ein und schlendern durch den Basar. Und damit es sich noch echter anfühlt, macht ein Cyberhandschuh mit feiner Sensorik dort auch das haptische Erleben möglich. Auf ähnliche Weise wird ein Ingenieur die Turbine für ein Kraftwerk am anderen Ende der Welt entwerfen können, ohne vor Ort gewesen zu sein. Und wer ein neues Auto kaufen will, sieht sich keine Bilder mehr auf einer zweidimensionalen Oberfläche an, sondern lässt den Wagen vielmehr im Raum entstehen, wo er um ihn herumgehen und auch mal die Motorhaube öffnen kann.

Der Verbraucher nutzt dazu "Shytech", das im Gegensatz zu Hightech auf komplizierte Schaltpulte verzichtet und ganz einfach per Sprache, Geste oder Gedanke zu steuern ist. Morgens nach dem Aufwachen fragt der Vielbeschäftigte noch im Bett nach Terminkalender und Wetter und beauftragt seinen unsichtbaren Assistenten beispielsweise damit, ein Taxi zu bestellen und Waren auf die Einkaufsliste zu setzen – die jener dann ganz selbstständig bestellt und liefern lässt.

Selbstfahrende E-Mobile der Nasa

Bevölkerungswachstum und das absehbare Ende fossiler Ressourcen machen das ökologische Handeln ebenfalls zum Megatrend, der in Zukunft auch noch sexy aussehen soll. Solarpaneelen etwa werden in so vielen Formen und Farben erhältlich sein, dass sie auf keinem Dach mehr negativ auffallen. Ab September werden in Dubai selbstfahrende Elektromobile getestet, die Einzelpersonen völlig autonom an ihre Zieladresse bringen. Die kleinen Kunststoffkabinen sind ursprünglich Entwicklungen der Nasa, die auf dem Mars eingesetzt werden sollten, um Gesteinsproben zu sammeln. Sie sollen bald auch das Fliegen lernen, um noch größere Strecken zu überwinden.
Der Mensch als Dienstleister wird ohnehin mehr und mehr von Robotern ersetzt. In Japan werden bereits zwei Hotels ausschließlich von Maschinen geführt, die mal die humanoide Form und mal die Gestalt des Dinosauriers annehmen: Sie begrüßen an der Rezeption, machen die Zimmer, waschen die Wäsche, animieren die Kinder und holen Gäste vom Flughafen ab. Zur künstlichen Intelligenz gesellt sich zudem vermehrt die emotionale: Hausroboter erkennen schon heute mit kleinen Kameras die Stimmung ihrer Besitzer und begegnen schlechter Laune mit fröhlicher Musik und freundlichem Licht. Nils Müller erwartet sie bald als Massenware für 500 Euro das Stück. Was die Menschen arbeiten werden, wenn Roboter die Dienstleistungsgesellschaft revolutioniert haben, konnte der Trendforscher nicht beantworten.
Zum Bericht über das Mittelstandsforum
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